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Haben in der ewigen Stadt noch viel vor: Trainer Giovanni Guidetti und Spielführerin Margareta Kozuch

Bei einem Ausflug nach Rom wollen die deutschen Frauen den Kopf frei bekommen für die beiden entscheidenden Spiele bei den WM.

Von Lars Becker

Nach dem vorzeitigen Einzug in die zweite Runde gönnten sich einige deutsche Schmetterlinge einen Ausflug nach Rom.

Das Motto nach den beiden souveränen 3:0-Siegen gegen Argentinien und Tunesien hieß Kopf frei bekommen und Kräftesammeln für die entscheidenden Spiele am Wochenende.

Am Freitag wurde dann im Balltraining fokussiert auf die Matches am Samstag gegen Gastgeber Italien (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) und am Sonntag gegen Kroatien (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) hingearbeitet.

Böse umgeknickt

Nicht mit üben konnte Mittelblockerin Stefanie Karg, für die die Weltmeisterschaft nach einer im Spiel gegen Tunesien erlittenen Knöchelverletzung beendet sein dürfte.

"Natürlich wiegt der Ausfall von Steffi schwer, aber es hilft uns jetzt nicht, wenn wir uns darüber den Kopf zerbrechen. Wir wollen die Spiele am Wochenende gewinnen und werden auch alles dafür geben", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti.

Stammspielerin Karg war bei der Landung nach einer Aktion am Netz auf dem Fuß einer Gegnerin gelandet und böse umgeknickt. Ein MRT am Freitag sollte letzte Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen, allerdings deutet einiges auf einen Ausfall über die letzten beiden Erstrundenspiele hinaus hin.

Guidetti bleibt Optimist

Das ist eine ziemliche Schwächung, hat das deutsche Team für die zweite Blockposition neben Weltklassespielerin Christiane Fürst doch in Jennifer Pettke (25) und Wiebke Silge (18) nur Newcomerinnen im Aufgebot.

Das Duo feierte erst in diesem Jahr auf dem Weg zur WM sein Debüt im Nationalteam. Guidetti bleibt jedoch Optimist: "Wir haben mit Jenny und Wiebke zwei gute Mittelblockerinnen, die uns weiterhelfen werden."

Das bewies Jennifer Pettke schon im Duell gegen Tunesien: Dort war sie mit 11 Punkten die erfolgreichste deutsche Spielerin.

"Fange nicht an zu rechnen"

Diese Rolle hat sonst immer Spielführerin Margareta Kozuch inne. Allerdings wurde diese nach dem gewonnenen ersten Satz gegen Tunesien für die vorentscheidenden Spiele am Wochenende geschont.

Die Ergebnisse gegen diese beiden Mannschaften werden genau wie das 2:3 gegen die Dominikanische Republik zum Auftakt in die zweite Runde mitgenommen. "Ich fange nicht an zu rechnen, das ist nicht mein Job. Für uns geht es nur darum, gegen zwei sehr starke Gegner zu gewinnen", sagt Kozuch.

Keinen Satz verloren

Gastgeber Italien hat bislang in seinen drei Spielen keinen einzigen Satz im Turnier verloren. Das Team will seinen bislang einzigen WM-Erfolg aus dem Jahr 2002 in Deutschland wiederholen.

Dafür wurde nicht nur der damalige Erfolgstrainer Marco Bonitta ins Nationalteam zurückgeholt, sondern auch zahlreiche erfahrene Topspielerinnen vergangener Jahre wie Zuspielerin Eleonora Lo Bianco, Francesca Piccinini oder Carolina Costagrande.

"Italien ist sehr, sehr stark", sagt Guidetti über sein Heimatland und warnt auch vor Kroatien: "Sie haben alle erfahrenen Spielerinnen dabei, sind individuell ganz stark. Wir müssen über unseren Teamgeist kommen."SHOP: Jetzt Volleyball-Artikel kaufen

Mit Burger-King-Tüten ins Hotel

Wie man das erfolgreich macht, zeigte die Dominikanische Republik am Donnerstag: Die Spielerinnen triumphierten mit 3:2 gegen Kroatien und marschierten anschließend mit vollen Burger-King-Tüten ins Sheraton-Hotel ein.

Vielleicht könnte diese Art des Kräftesammelns auch ein Erfolgsgeheimnis für die Schmetterlinge sein. Zumindest ein Sieg ist in den beiden ausstehenden Erstrunden-Spielen Pflicht, um sich eine gute Chance auf den Einzug in die dritte Runde der besten sechs zu erhalten.

"Bei der letzten WM waren wir Siebter, das wollen wir diesmal auf jeden Fall toppen", sagt Kozuch: "Wir haben uns ja das Ziel Medaille gesetzt und haben auf jeden Fall gute Möglichkeiten. Es liegt in unseren Händen."

Ein deutsches Frauen-Team hat noch nie eine WM-Medaille gewonnen. Die "ewige Stadt" Rom ist der perfekte Platz, um den Grundstein für das erste Edelmetall zu legen.

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