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Kozuch gewann mit dem DVV-Team bei der Heim-EM 2013 Silber
Kozuch (r.) gewann mit dem DVV-Team bei der Heim-EM 2013 Silber

Vor dem WM-Start spricht die deutsche Kapitänin bei SPORT1 vom Titel und nennt Trümpfe. Mädchenritualle sollen helfen.

Von Katharina Hosser

Dem Bronze-Coup der deutschen Männer (Bericht) sollen Großtaten der DVV-Frauen folgen. Am Dienstag startet das Team um Kapitänin Margareta Kozuch mit hohen Zielen in die Weltmeisterschaft in Italien.

Im Heimatland von Trainer Giovanni Guidetti gehen die Deutschen am Dienstag gegen die Dominikanische Republik die Mission Medaille an (ab 16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Nachdem Kozuch und Co. bei der Heim-EM im vergangenen Jahr Silber eroberten, nehmen die Schmetterlinge nun Anlauf auf die erste WM-Medaille ihrer Geschichte.

Die 1,88m große Diagonalangreiferin, die nächste Saison in Schanghai aufläuft wird, spricht im SPORT1-Interview sogar vom Titel. Sie erklärt die Stärken ihres Teams und nennt ihre Mitfavoriten.

SPORT1: Frau Kozuch, das DVV-Team ist nun schon einige Wochen zusammen. Haben Sie den Silber-Coup bei der EM noch mal aufleben lassen?

Margareta Kozuch: Wir nehmen natürlich die positiven Erlebnisse mit in die Vorbereitung. Wir haben in der Analyse gezielt geschaut, wie wir physisch und psychisch im vorigen Jahr gearbeitet haben. Wir wollten natürlich Gold. Aber der zweite Platz war für uns silbernes Gold. Wir wollen uns aber nicht auf den Erfolgen der EM ausruhen, sondern daraus Schlüsse für die WM ziehen und es noch besser machen.

SPORT1: Sie fahren mit einem relativ neuen Team zur WM. Die Spielerinnen sind weit über den Globus verteilt und sehen sich lediglich bei den Lehrgängen. Wie lange braucht es da, um sich aneinander zu gewöhnen?

Kozuch: Wir haben einen langen Sommer hinter uns, da hatten wir genügend Zeit. Auf dem Spielfeld ist die Abstimmung mit den Spielerinnen, die man schon länger kennt, einfacher. Doch sind gerade die jungen Spielerinnen eine tolle Ergänzung für die Mannschaft, sie bringen sich super ein. Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir uns wirklich gut kennen und es nur noch um Feinheiten geht. Die letzten Länderspiele gegen die Niederlande und Belgien haben uns optimal auf die WM vorbereitet.

SPORT1: Was tun Sie, um Lagerkoller vorzubeugen und die Konzentration nicht aus den Augen zu verlieren?

Kozuch: Ich bin froh, dass wir eine Mannschaft sind, die unheimlich gerne Zeit miteinander verbringt. Wir sind sehr gute Freundinnen. So oft wir können machen wir unseren Kartenabend. Das bringt immer frischen Wind in die Mannschaft und lockert die Atmosphäre auf. Wenn es dann darum geht, in der Halle zu stehen und zu arbeiten, geht es für uns alle nur noch um Volleyball und unser gemeinsames Ziel. Lagerkoller gibt es daher nicht.

SPORT1: Worin sehen Sie die Stärken der deutschen Mannschaft?

Kozuch: Eine Stärke ist die Breite des Kaders, alle Spielerinnen sind so stark, dass sie problemlos eingesetzt werden können. Wenn mal ein Problem auf dem Spielfeld auftaucht und man Hilfe benötigt, haben wir gute Wechselmöglichkeiten, die einfach Gold wert sein können. Durch unser gemeinsames Ziel hat sich ein spezieller Zusammenhalt entwickelt.

SPORT1: Was haben Sie sich denn konkret zum Ziel gesetzt?

Kozuch: Wenn man die Finalrunde erreicht und dann vielleicht auch das Halbfinale, dann wollen wir das bestmögliche Abschneiden. Um diesen Titel zu gewinnen, muss man im Verlauf des Turniers viele kleine Schritte gehen. Daher ist es auch so wichtig, von Spiel zu Spiel zu denken. Und das können wir sehr gut. Wir haben unser Ziel genau vor Augen: wir wollen eine Medaille, wir wollen ins Finale, wir wollen alles erreichen.

SPORT1: Wen schätzen Sie als stärksten Gegner ein?

Kozuch: Ich denke, dass Russland sehr stark auftreten wird, auch die Brasilianerinnen und die USA zählen zum Favoritenkreis. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, irgendeine Mannschaft zu unterschätzen - man kann gegen jede Mannschaft verlieren und gewinnen. Ich weiß, dass wir die Möglichkeiten haben, jeden zu schlagen.

SPORT1: Voriges Jahr bei der EM haben Sie sich die Fingernägel lackiert, ist das zu einem Ritual geworden? Wer hat denn das ruhigste Händchen von Ihnen?

Kozuch: Das Nägel-Lackieren haben Heike Beier und Corina Ssuschke-Voigt letztes Jahr übernommen. Corina ist diesmal nicht dabei. Wer das dann mit Heike fortsetzt, müssen wir mal gucken. Aber auch andere mädchenhafte Rituale, wie gegenseitig Zöpfe flechten, gehören inzwischen fest dazu und lenken uns so direkt vor dem Spiel ab.

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