Köln - Nach dem Scheitern der deutschen Frauen will Bundestrainer Giovanni Guidetti vieles hinterfragen und klingt kaum hoffnungsfroh.

Köln/Tirest -Giovanni Guidetti hielt sich erst gar nicht lange mit Schönrederei auf.

"Es gibt einfach Mannschaften, die besser spielen als wir", sagte der Bundestrainer der deutschen Volleyballerinnen nach der 2:3-Pleite gegen Japan (Bericht), die das vorzeitige WM-Aus in der Zwischenrunde endgültig besiegelte.

Und ergänzte knapp: "Das ist einfach die Realität." (LIVE-TICKER zum Nachlesen)

Und die spricht eine eindeutige Sprache: In sieben Spielen setzte es fünf Niederlagen, Siege gab es lediglich gegen die unterklassigen Teams aus Argentinien und Tunesien - diese unter dem Strich ohne Wert blieben.

Medaille als Zielvorgabe

Dabei hatten die Schmetterlinge ein hervorragendes Frühjahr gespielt und erstmals eine Medaille als klare Zielvorgabe formuliert.

Auch Kapitän Margareta Kozuch war ambitioniert ins Turnier gegangen. "Wir sind bei der letzten WM Siebter geworden, und natürlich will man jetzt eine Steigerung."

Die 27-Jährige ergänzte: "Es ist unser erklärtes Ziel, nach Mailand zu kommen - und wenn wir da sind, wollen wir natürlich auch gewinnen."

Doch wenn dort ab Mittwoch die Endrunde der sechs besten Teams steigt, sind Deutschlands Spielerinnen längst abgereist.

Angriff das größte Problem

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Zum einen mangelte es an Konstanz, zum anderen aber schlicht auch an spielerischer Klasse.

"Unser Problem ist der Angriff, der in engen Spielsituation keine Lösung findet. Da fehlt uns einfach die nötige Konstanz, um diese Spiele auch zu gewinnen", sagte der nimmermüde Guidetti deshalb.

Der Italiener fügte an: "Wenn die Annahme schlecht ist, dann schaffen wir es nicht, auch mal einen Punkt zu machen. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Team mit zwei Gesichtern

Auch in der Partie gegen Japan hatte Deutschland wie so oft bei diesem Turnier seine zwei Gesichter gezeigt.

Den starken und abgeklärten ersten anderthalb Durchgängen folgten ein unerklärlicher Leistungseinbruch und der doppelte Satzverlust.

An der Seitenlinie zeigte der 43-jährige Guidetti vollen Einsatz, stellte taktisch um, motivierte und mahnte - letztlich vergebens.

Gut angefangen, stark abgebaut

Schon gegen Italien (1:3), die Dominikanische Republik (2:3), China (0:3) und Kroatien (2:3) hatte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) starke Phasen gezeigt, aber dann eben auch umso stärker wieder abgebaut.

"Wir haben gekämpft, leider hat es nicht für einen Sieg gereicht", sagte Kozuch, die es in den entscheidenden Phasen nicht schaffte, das junge Team zu leiten. (

Dass es mit der erhofften Medaille nichts wird, hatte sich bereits nach der schlechten Vorrunde in Rom abgezeichnet.

Nur zwei Punkte

Mit nur zwei Punkten war die DVV-Auswahl zur Zwischenrunde nach Triest gereist, der Rückstand auf die Spitzenplätze erwies sich letztlich als zu groß.

"Wir haben in Rom nicht gut gespielt", sagte Guidetti, der mit seinem Tablet in der Hand teilweise beinahe ratlos wirkte: "Ich werde nach der WM einiges hinterfragen müssen."

Die abschließenden Partien gegen Belgien (Samstag ab 16.55 LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) und Aserbaidschan (Sonntag ab 16.55 LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)) haben bei der WM zwar nur noch statistischen Wert.

Nun geht's um die Olympia-Quali

Sie bringen aber Weltranglistenpunkte und sind daher im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro enorm wichtig. (Bericht: Nun geht's auch um Olympia)

Auch deshalb richtete Guidetti den Blick demonstrativ nach vorne: "Die letzten zwei Spiele sind noch wichtig, denn die wollen wir unbedingt gewinnen."

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