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Dora Grozer von den Ladies in Black Aachen
Dora Grozer ist die jüngere Schwester von Nationalspieler Georg Grozer Jr. © Photo Steindl

München - Aachen bestreitet das größte Spiel der Klubgeschichte (So., 15 Uhr LIVE auf SPORT1). Georg Grozers Schwester Dora spricht bei SPORT1 auch über ihre Familie.

Tradition verpflichtet, gerade im Sport.

Wenn im Volleyball der Name Grozer fällt, dann spielen sich vor dem geistigen Auge sofort knallharte Aufschläge und Schmetterbälle vom Feinsten ab.

Der Hammer-Schorsch geht um! Georg Grozer Senior wurde dieser Spitzname in den 80er-Jahren verliehen, sein Sohn Georg Junior steht dem Papa in nichts nach und darf sich ebenfalls mit dem Prädikat "Hammer-Schorsch" schmücken.

Aachen hofft auf Pokalsensation

Dass sich die Volleyball-Klasse nicht nur auf das männliche Geschlecht der Familie Grozer beschränkt, beweist Dora Grozer.

Die 19-Jährige spielt bei den "Ladies in Black" des PTSV Aachen ihre erste Bundesliga-Saison und hat am Sonntag (ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Möglichkeit, mit ihren Ladies in den charakteristischen schwarzen Trikots die Pokalsensation gegen den MTV Stuttgart perfekt zu machen.

"Wir sind alle ein bisschen aufgeregt, schließlich spielt man nicht alle Tage vor 10.000 Zuschauern. Wir trainieren sehr hart, damit wir gegen Stuttgart eine Chance haben. Bei der Generalprobe in der Liga hat es ja nicht so gut geklappt, aber im Finale wird alles anders sein", blickt 1,82 Meter große Außenangreiferin im Gespräch mit SPORT1 auf das Endspiel in Halle/Westfalen voraus.

Dora Grozer im Fokus

Vor einer Woche hieß es in der Bundesliga aus Aachener Sicht am Ende noch 1:3. Unabhängig davon hat sich Grozer im Team von Trainer Marek Rojko einen Namen gemacht und kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

Eine Entwicklung, die selbst eine Grozer etwas überrascht."Das ist einfach unglaublich. Ich konnte mir das nicht vorstellen. Ich habe noch mit meinen Freunden gescherzt, nächstes Jahr stehen wir zusammen in der Halle - und jetzt ist es wirklich so."

Zweimal der "Hammer-Schorsch", folgt jetzt die "Hammer-Dora"? Lachend verneint die Tochter des Seniors: "Hammer-Dora ist als Spitzname jedenfalls noch nicht gefallen - aber vielleicht kommt es ja noch."

Spitznamen von Papa und Bruder

Ganz fair wäre der Vergleich aber nicht, findet die 19-Jährige. "Ich bin eben noch sehr jung und ein Mädchen - deswegen ist ein Vergleich mit meinem Papa oder meinen Brüdern relativ schwer."

Ganz ohne Spitznamen geht es aber natürlich nicht, und so nennt sie der große Bruder, selbst Profi in Belgorod, die "Abwehr-Katze" - und auch der Senior hat eine Alternative zum Hammer gefunden. "Mein Papa hat in einem Bericht mal 'bärenstarke Dora Grozer' gelesen. Das sagt er jetzt die ganze Zeit", erklärt Dora stolz.

Grozer-Clan in Halle dabei

Jetzt soll der erste Pokal her und natürlich ist der ganze Grozer-Clan dabei - alle bis auf Georg Junior, der nicht aus Russland anreisen kann. Tipps bekommt sie natürlich trotzdem vom großen Bruder, der ihr "von seinen engen Spielen erzählt und wie er beim Aufschlag alles ausgeblendet hat".

Befreit und ohne Druck, so soll Dora diese Aufgabe lösen. Eigentlich die gleiche Herangehensweise wie der Umgang mit dem großen Familiennamen und den damit einhergehenden Erwartungen. "Klar werde ich auf den Namen angesprochen. Ich bin eine Grozer - und daran möchte ich auch nichts ändern. Ich finde toll, was meine Familie erreicht hat.

Traum von der Nationalmannschaft

Und was für Spitznamen und die Familie Grozer gilt, gilt natürlich auch für die Nationalmannschaft. Der Senior absolvierte 95 Länderspiele für Ungarn, 19 für Deutschland und feiert 1991 und 1995 den Europameistertitel. Ihr Bruder stand für den DVV 138-mal auf dem Feld und wurde bei der WM 2014 Dritter.

"Die Nationalmannschaft ist natürlich ein Ziel von mir. Dieses Jahr wird das aber mit Sicherheit nichts. Allzu viele Gedanken habe ich mir aber auch wirklich noch nicht gemacht. Momentan ist es eher noch ein Traum oder Wunsch, einmal im deutschen Trikot aufzuschlagen."

Mittel- und langfristig also für Deutschland, am Sonntag gilt die ganze Konzentration aber erst mal dem Pokal-Finale. Und sollten die "Ladies in Black" die Sensation tatsächlich packen, dann sieht Grozer schwarz für Halle.

"Wir haben echt verrückte Fans, da dürfte in der Halle nichts mehr heil bleiben. Das wäre unglaublich."

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