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Das deutsche Team um Kapitänin Margareta Kozuch unterlag im EM-Viertelfinale der Türkei
Margareta Kozuch setzt zum Lob über den türkischen Block an © Getty Images

Die deutschen Volleyballerinnen verpassen in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 ihren zweiten Sieg. Im dritten Spiel stehen sie nun unter Zugzwang.

Das "Wunder von Ankara" rückt in die Ferne - und damit auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro: Nach dem Auftaktsieg gegen die Niederlande verloren die deutschen Volleyballerinnen ihre zweite Begegnung beim Qualifikationsturnier in Ankara gegen Gastgeber Türkei 1:3 (25:27, 25:23, 16:25, 17:25).

Vor allem in der Schlussphase fehlte den "Schmetterlingen" nach dem Fünfsatzerfolg vom Vortag die Kraft.

"Die Türkei hat unglaublich gut gespielt. Wir haben anfangs gut mitgehalten. Schade, dass wir im ersten Satz unsere Chance nicht genutzt haben", sagte Bundestrainer Felix Koslowski: "Wie ich schon gesagt habe: Die Türkei kann im eigenen Land gegen jeden gewinnen." Spielführerin Margareta Kozuch meinte: "Wir hatten Chancen bis zum vierten Satz. Dann kam vielleicht ein bisschen Müdigkeit dazu."

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Kroatien am Mittwoch (15.30 Uhr MEZ) braucht das Team des Bundestrainers Felix Koslowski einen Sieg, um sich für die Endrunde (8./9. Januar) zu qualifizieren und die Chancen auf das Ticket nach Rio aufrechtzuerhalten.

In Peking 2008 und London 2012 waren die deutschen Volleyballerinnen nicht dabei, der Deutsche Volleyballverband (DVV) hatte die Qualifikation für die Sommerspiele 2016 selbst als "Wunder" bezeichnet.

"Wir müssen kühlen Kopf bewahren und unsere eigenen Emotionen im Griff behalten", hatte Koslowski vor der Begegnung mit der Türkei gesagt. Immerhin seien die Gastgeberinnen vor eigenem Publikum "10 oder 20 Prozent stärker".

Koslowskis Vorhaben setzten seine Spielerinnen vor der lautstarken Kulisse erstaunlich abgeklärt um, auch wenn sie im ersten Durchgang zwei Satzbälle vergaben.

Allerdings ließ sich der Vize-Europameister von 2011 und 2013 nicht verunsichern, drehte im zweiten Satz sogar einen 20:23-Rückstand zum Ausgleich und hatte das Momentum plötzlich auf seiner Seite.

Unerklärlich, warum die deutschen Frauen ihren Vorteil im dritten Durchgang aus der Hand gaben, an den befürchteten Linienrichterentscheidungen zugunsten der Gastgeberinnen lag es jedenfalls nicht.

Nach dem Fehlstart in den vierten Satz (1:6) wuchs der Unmut im deutschen Team, auch die Körpersprache ließ zu wünschen übrig. Bei der EM im vergangenen Jahr hatte Deutschland im Viertelfinale gegen die Türkei 2:3 verloren, diesmal reichte es nicht für den entscheidenden Durchgang und damit auch nicht für einen weiteren Zähler in der Tabelle.

Nur der Sieger des Acht-Nationen-Turniers löst das Ticket für Rio. Der Zweit- und Drittplatzierte erhält bei einem Achterturnier in Japan (Zeitraum 14. Mai bis 5. Juni) eine zweite Chance. In der Gruppe A führt die Türkei mit sechs Punkten vor Deutschland (2).

Kroatien (0) und die Niederlande (1) treffen erst am Mittwoch in ihrem zweiten Spiel aufeinander.

In der Gruppe B gewann Russland auch sein zweites Match mit 3:1 gegen Italien und führt in der Tabelle mit sechs Punkten. Belgien bezwang Polen ebenfalls mit 3:1.

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