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Felix Neureuther will im Riesenslalom für die erste deutsche WM-Medaille sorgen
Felix Neureuther ist mit seinem dritten Platz beim Nachtslalom in Schladming sehr zufrieden. © Getty Images

München - Mit den Plätzen drei, vier und fünf setzen Felix Neureuther, Fritz Dopfer und Linus Strasser bei der WM-Generalprobe ein Ausrufezeichen. In Vail soll der ganz große Wurf gelingen.

Viel Zeit hatte Felix Neureuther nach der beeindruckenden WM-Generalprobe nicht - doch für das obligatorische Jubel-Foto reichte es allemal.

Diesmal zeigte sich der 30-Jährige nach Platz drei im Hexenkessel von Schladming aber nicht allein in Siegerpose, sondern zusammen mit dem Sensationsfünften Linus Strasser. Nur Fritz Dopfer als Vierter fehlte.

"Was für ein Wahnsinnsrennen!!! Schladming is burning! 3/4/5", postete Neureuther, bevor er sich schnell auf den Heimweg machte.

Bereits am Freitag geht es für die deutschen Slalom-Asse nach einem einzigartigen Ergebnis in Richtung USA. Und die Erwartungen für die alpinen Weltmeisterschaften in Vail/Colorado (2. bis 15. Februar) sind spätestens seit dem Weltcup-Slalom am Dienstagabend enorm.

Drei Medaillen lautet die Vorgabe von DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier - eine bei den Herren, eine bei den Frauen und eine im Teamwettbewerb. Doch inzwischen darf gerade bei den erfolgreichen DSV-Männern in Slalom und Riesensalalom von mehr geträumt werden.

Neureuther (Partenkirchen) kam im Slalom in diesem Winter siebenmal ins Ziel und stand siebenmal auf dem Podest - zwei Siege inklusive. "Mister Zuverlässig" Dopfer (Garmisch) erreichte bei insgesamt 13 Starts immer mindestens die Top 10, dreimal wurde er Zweiter.

Und dazu gesellt sich nun auch noch der 22 Jahre alte Münchner Strasser, der in Schladming mit dem besten Ergebnis seiner Karriere für Aufsehen sorgte und entsprechend happy war: "Das ist ein Wahnsinn."

"Mit breiter Brust zur WM fahren"

Maier schwärmte anschließend von einem "kleinen, aber feinen Team. Die Entwicklung ist schon die ganze Saison außergewöhnlich". Man könne, betonte Neureuther, "mit breiter Brust zur WM fahren".

Am Freitag fliegen die Techniker um Neureuther zunächst zum Training nach Park City/Utah, da in Vail/Colorado Slalom und Riesenslalom erst in der zweiten Woche auf dem Plan stehen. Bereits am Mittwoch war eine Gruppe um Medaillenanwärterin Viktoria Rebensburg (Kreuth) in die USA gereist.

Neureuther freut sich auf eine etwas ruhigere Phase der Vorbereitung nach zuletzt stressigen Wochen mit den Klassikern in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming. In dieser Phase sei es "brutal schwierig, sich auf's Skifahren zu konzentrieren", gestand der Vize-Weltmeister: "Jetzt heißt es, Kraft tanken und die Pause gut nutzen."

Choroschilow wird Favorit

Druck will sich Neureuther nicht machen - zumal gerade im Slalom die Anzahl der Siegkandidaten groß ist. Spätestens seit Dienstag zählt auch der Russe Alexander Choroschilow dazu. Mit zwei Traumläufen deklassierte er die Konkurrenz und verwies den Italiener Stefano Gross sowie die DSV-Asse deutlich auf die Plätze.

Neureuther schenkt für Vail zudem Henrik Kristoffersen (Norwegen), Mattias Hargin (Schweden) und nach wie vor seinem großen Rivalen Marcel Hirscher besondere Beachtung - auch wenn der Österreicher in Schladming nur 14. wurde und einigen Boden im Slalom-Weltcup verlor. Dennoch: "Für mich ist immer noch Marcel Hirscher der ganz große Favorit", sagte Neureuther und fügte schmunzelnd an: "Ich liebe es, dem Marcel den Druck dieser Rolle zuzuschieben."

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