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Nathalie Weinzierl wurde bei der letzten Eiskunstlauf-DM Vizemeisterin © Getty Images

Der Konter saß und zwang den Verband indirekt zum Einlenken: Mit einer starken Leistung und einer Menge Wut im Bauch hat Nathalie Weinzierl auf ihre kurzzeitige Ausbootung aus dem deutschen Team bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Bratislava reagiert.

Die deutsche Vize-Meisterin sammelte im Kurzprogramm den Saisonbestwert von 57,36 Punkten und qualifizierte sich als Siebte mühelos für die Kür-Entscheidung am Freitag (18.00 Uhr).

Und am Abend wurde die 21-Jährige sogar noch vom Präsidium der Deutschen Eislauf-Union (DEU) rehabilitiert. Die Verbandsspitze kassierte die Entscheidung von Leistungssportreferent Volker Herrmann, Weinzierl wegen unentschuldigten Fehlens bei einer Teamsitzung zur Abgabe der Mannschafts-Kleidung zu nötigen. "Es war eine Überreaktion", sagte DEU-Sportdirektor Udo Dünsdorf.

An der Spitze der Damen-Konkurrenz lieferte sich ein russisches Trio einen einsamen Dreikampf. Rang eins übernahm Junioren-Weltmeisterin Jewgenija Medwedewa (72,55) vor der letztjährigen WM-Dritten Jelena Radjonowa (70,96) sowie Anna Pogorilaja (63,61).

"Vielleicht war Nathalies Leistung die Antwort auf die Ereignisse am Dienstag", sagte Trainer Peter Sczypa anstelle der Mannheimerin. Die deutsche Vize-Meisterin nickte nur eifrig dazu, ausführlich äußern will sie sich erst nach dem Ende der Damen-Konkurrenz.

Passend zur Programm-Musik "Feeling Good" kam die letztjährige EM-Zwölfte ungeachtet der Unruhe um ihre Person fehlerfrei durch die Kurzkür, drehte allerdings ihren zweiten Toe-Loop in der Kombination nur doppelt statt dreifach. Beim Einlaufen und beim Warten auf die Noten trug sie ersatzweise ihre Olympiajacke von Sotschi 2014.

EM-Debütantin Lutricia Bock durfte zwar die offizielle Teamkleidung tragen, für die deutsche Meisterin aus Chemnitz sind die europäischen Titelkämpfe in der Donaumetropole vorzeitig beendet. Nach einer schwachen Kurzkür, abgeschlossen mit einem kapitalen Sturz beim dreifachen Flip, findet die Finalentscheidung ohne die Schülerin statt, Rang 25 mit nur 43,77 Zählern war dafür zu wenig.

"Eigentlich habe ich mich gut gefühlt, aber irgendwie nicht genug an mich geglaubt", sagte die 16-Jährige, für die der Verband noch nach einer Dauerlösung im Trainerbereich sucht. In Bratislava kümmerte sich Striegler um Bock, in Chemnitz wird sie sporadisch vom ehemaligen Paarlauf-Weltmeister Ingo Steuer betreut.

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