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Simon Schempp verlor den Zielsprint gegen Martin Fourcade
Simon Schempp verlor den Zielsprint gegen Martin Fourcade © getty

München - Schlussläufer Simon Schempp muss sich in der Mixed-Staffel nur knapp geschlagen geben. Frankreich gewinnt dank Martin Fourcade.

Nach seiner hauchdünnen Niederlage im dramatischen Zielsprint von Östersund wusste Simon Schempp sofort, was er künftig besser machen muss.

"Ich muss mehr eine Drecksau sein", sagte der Schlussläufer der deutschen Mixedstaffel zum Auftakt des Biathlon-Weltcups.

Mit 0,2 Sekunden Rückstand hatte der Schempp zwar einen starken dritten Platz erkämpft, im ersten Rennen des WM-Winters aber auch einen möglichen Sieg auf den letzten Metern vergeben.

Fourcade cleverer im Sprint

"Das ist ärgerlich", sagte der 26-Jährige im "ZDF" und meinte das direkte Duell kurz vor der Ziellinie.

Anstatt sich breit zu machen und seine Linie zu halten, ließ er Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade auf der Innenseite vorbeiziehen.

Der Franzose sicherte sich den Erfolg, auch Norwegen landete im Foto-Finish nach 2x6 km und 2x7,5 km noch knapp vor dem Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Franziska Hildebrand (2 Nachlader), Franziska Preuß (4), Arnd Peiffer (3) und Schempp (0).

"Da muss er die Ellenbogen auspacken"

Am Ende fehlte Schempp der Schwung und der Bayer meinte: "Man muss da auch mal riskieren, dass ein Stock bricht oder es jemanden schmeißt." Doch dafür war der Mixedstaffel-Weltmeister einfach zu nett. "Da muss er die Ellenbogen mehr auspacken, aber er lernt", sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr zeigten sich die Skijäger stark verbessert. 2013 hatte es nach indiskutablen fünf Strafrunden nur zu Rang sieben in Zentralschweden gereicht.

Neun Monate nach den enttäuschenden Olympischen Spielen in Sotschi, bei denen es nur zweimal Silber gegeben hatte, war es trotz Schempps Sprintniederlage ein starkes erstes Rennen.

Hildebrand tut sich schwer

Dabei tat sich Startläuferin Hildebrand schwer und fiel nach dem ersten Schießen mit zwei Fehlschüssen zurück. Nach einem perfekten Stehendschießen übergab die mit 27 Jahren älteste Frau im deutschen Team anschließend auf Position acht an Preuß.

Bei ihrer Premiere in der Mixedstaffel führte sich die 20 Jahre alte Bayerin perfekt ein und brachte ihr Team nach einem Nachlader im Liegendschießen zunächst an die Spitze.

Ex-Sprintweltmeister Arnd Peiffer ging danach auf Position vier in die Loipe. Später steckte der Niedersachse in einer kleinen Gruppe aus sechs Läufern fest, ehe er sich befreien konnte und als Dritter auf Schlussläufer Schempp übergab. Dieser benötigte keinen Nachlader und machte den Podiumsplatz perfekt.

Gössner will ihr Comeback geben

Nach dem Staffel-Auftakt wird es für die Skijäger ab Mittwoch in Östersund auch in den Einzelrennen ernst.

Zunächst kämpfen die Männer im Klassiker über 20 km um den Sieg, ehe am Donnerstag die Frauen über 15 km in die Loipe gehen.

Dabei will die genesene Miriam Gössner nach ihrer monatelangen Verletzungspause ihr Comeback geben. "Ich bin total motiviert und freue mich darauf, endlich wieder Rennen laufen zu können", sagte Gössner.

Frauen steht schwierige Saison bevor

Während sich die Männer nach Olympia-Silber mit der Staffel weiter in der Weltspitze festsetzen wollen, stehen die Frauen nach dem Rücktritt von Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel vor ihrer schwierigsten Saison seit der Wiedervereinigung.

"Wir gehen positiv optimistisch in die Saison, allerdings müssen wir unsere Ziele realistisch formulieren", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig: "Wir werden uns nicht hinten anstellen, aber Siegesserien wie früher können wir wohl erstmal nicht starten."

Das Frauenteam ist mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren so jung wie noch nie.

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