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Erik Lesser und Co. verpassten erneut die Podest-Plätze
Erik Lesser und Co. verpassten erneut die Podest-Plätze © Getty Images

Die deutsche Männer-Staffel hat ohne Simon Schempp in Ruhpolding nichts mit dem Sieg zu tun. Debütant Kühn vergibt früh alle Chancen. Norwegen schnappt sich den Sieg.

Einen Tag vor der heiß ersehnten Rückkehr des Ausnahmekönners Simon Schempp haben die deutschen Biathleten beim Heim-Weltcup in Ruhpolding auch in der Staffel das Podest verpasst.

Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) kam bei Wind und leichtem Schneefall in den Chiemgauer Alpen nur auf Platz fünf.

Johannes Kühn vergab als zweiter Läufer mit drei Strafrunden bereits alle Chancen auf ein Top-Resultat.

Norwegen triumphiert vor Russland

Den Sieg vor 13.500 Zuschauern sicherte sich Norwegen mit Ole Einar Björndalen, den Boe-Brüdern Johannes Thingnes und Tarjei sowie Schlussläufer Emil Hegle Svendsen mit 14,6 Sekunden Vorsprung auf Russland, das die erste Staffel in Hochfilzen gewonnen hatte.

Dritter wurde Österreich (+35,8), auf Platz vier landete Frankreich (+55,9). Deutschland kam als letzte der favorisierten Nationen mit 1:51,4 Minuten Rückstand auf Norwegen ins Ziel.

"Der fünfte Platz ist sicher nicht die Wunschvorstellung, aber am Ende können wir damit leben", sagte Schlussläufer Benedikt Doll im ZDF. Vorwürfe wollten weder er noch seine Teamkollegen dem niedergeschlagenen Kühn machen: "Wir sind hier bei unserem Heim-Weltcup, da ist der Druck hoch. In diese Rolle muss man erst einmal reichwachsen."

Bundestrainer Mark Kirchner meinte: "Da muss ein junger Athlet durch. Diese Erfahrungen muss er sammeln. Am Ende ist das immer noch ein sehr gutes Ergebnis."

Guter Start von Lesser

Startläufer Erik Lesser hatte zunächst Hoffnungen auf den ersten Podestplatz deutscher Männer im fünften Rennen beim Weltcup-Double in Ruhpolding geweckt. Der Doppel-Weltmeister aus Frankenhain benötigte nur einen Nachlader und distanzierte die Top-Konkurrenten auf den ersten 7,5 km. Lesser gab sich im Anschluss gelöst, die Diskussionen um die fehlende Norm für die WM in Oslo (3. bis 13. März) beschäftigten ihn für einen Moment nicht mehr.

"Startläufer ist der coolste Job, den ich haben kann", sagte Lesser: "Ich habe gezeigt, dass ich vorne weglaufen will und mich nicht auf Scharmützel einlasse."

Kühn zeigt Nerven

Als Zweiter hatte er Kühn auf die Strecke geschickt, der erst zum zweiten Mal nach dem Weltcup 2013 in Antholz in der Staffel zum Einsatz kam und prompt Nerven zeigte. Sechs Schüsse im stehenden Anschlag setzte Kühn daneben, tief enttäuscht übergab er mit zwei Minuten Rückstand als Zwölfter auf die führenden Franzosen.

Während Arnd Peiffer in der Loipe um Schadensbegrenzung bemüht war, trösteten Trainer und Betreuer Kühn im Ziel. "Ich habe mich extrem verunsichern lassen. Das Stehendschießen ist immer meine Wackeldisziplin, aber normalerweise habe ich das im Griff und schieße nicht drei Strafrunden", sagte der 24-Jährige.

Peiffer, der im vergangenen Jahr neben Lesser, Schempp und Daniel Böhm zum Quartett gehört hatte, das in Kontiolahti/Finnland überraschend den WM-Titel gewann, lief bis auf Platz sechs vor und schickte Benedikt Doll sogar wieder mit Podestchancen auf die Strecke.

Gegen die starken Schlussläufer Svendsen, Anton Schipulin, Dominik Landertinger und Quentin Fillon Maillet hatte Doll jedoch wenig entgegenzusetzen.

Schempp gibt Comeback

Nach einer fast zweiwöchigen Zwangspause startet Hoffnungsträger Schempp am Samstag (16.10 Uhr) sein Wettkampfjahr. Der dreimalige Saisonsieger wurde zuletzt von einer Erkältung ausgebremst und musste bei seinen Heimrennen schweren Herzens zusehen.

"Wir haben ihm die Entscheidung über den Staffelstart überlassen, er wollte noch einen Trainingstag nutzen, um dann voll motiviert den Massenstart anzugehen", sagte Bundestrainer Kirchner.

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