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Mehrere Ringer vom ASV Nendingen wurden positiv getestet
Nach der Leichtathletik gerät nun auch der russische Biathlon ins Fadenkreuz der Ermittler © Getty Images

Funktionär Jim Carrabre will alle Dopingproben von russischen Biathleten noch einmal öffnen lassen und fordert andere Wintersportverbände auf, seinem Beispiel zu folgen.

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi könnten für russische Biathleten ein Nachspiel haben.

Nach dem jüngsten Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur will der IBU-Vizepräsident und Anti-Doping-Beauftragte Jim Carrabre nun noch einmal alle Dopingproben von russischen Biathleten vor und während den Spielen 2014 untersuchen, berichtet der norwegische Fernsehsender NRK.

"Eine Schlussfolgerung des WADA-Berichts lautet, dass alle Wintersportverbände, die bei den Spielen in Sotschi vertreten waren, besorgt sein sollten. Ich bin sehr besorgt. Daher werde ich eine Untersuchung einleiten", sagte Carrabre bei NRK.

Herkunft der Hinweise unklar

Der Kanadier wollte jedoch nicht verraten, welche konkreten Hinweise man bekommen habe. Doch während des Biathlon-Weltcups in Presque Isle in der vergangenen Woche traf sich Carrabre mit Vertretern der WADA, um Blutdaten und Informationen auszutauschen.

In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht" hatte Vitaly Stepanov, Ex-Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, gesagt, dass Biathlon und Langlauf das gleiche Problem wie die Leichtathletik hätten.

"Wir sollten zurückschauen - auf das, was in Sotschi und kurz davor passierte. Wir müssen die Daten besprechen, die wir haben", sagte Carrabre, der zudem anderen Sportarten riet, seinem Beispiel zu folgen: "Ich denke, wir sollten alle Steine umdrehen. Alle Wintersportverbände sollten ihre eigenen Untersuchungen einleiten. Es wäre ein Fehler, es nicht zu tun."

RUSADA deckt russisches Doping

Eine der brisantesten Enthüllungen des WADA-Berichts war, dass die RUSADA russisches Doping gedeckt hatte. Eine große Sorge von Carrabre ist deshalb, dass die RUSSA 1417 Dopingproben zerstört hat, bevor sie untersucht werden konnten.

Das IOC hat bekannt gegeben, dass die Proben aus Sotschi nach den Spielen nach Lausanne gebracht wurden.

Die einzige positiv getestete Biathletin in Sotschi war die Deutsche Evi Sachenbacher-Stehle.

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