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Ricco Groß feierte in seiner Karriere vier Olympiasiege © sports2business

Der russische Chef-Coach wählt seine Trainingsorte so, um Kontrolleuren die Arbeit zu erleichtern. Auch Gespräche sollen helfen. Doping sei aber kein rein russisches Problem.

Russlands deutscher Biathlon-Nationaltrainer Ricco Groß will sich weiterhin für einen sauberen Sport in seiner neuen Wahlheimat einsetzen.

"Nicht umsonst sind Trainingsorte so gewählt, dass man oft in Österreich, Italien, Deutschland oder Norwegen trainiert. Die ganze Prozedur der Kontrolle wird so sehr vereinfacht", sagte der 45-Jährige, der seit dem vergangenen Sommer als Coach der russischen Herren-Mannschaft Arbeit.

Groß setzt auf Gespräche

Groß glaubt, dass es "für Kontrolleure aus dem Ausland schwierig ist, nach Russland zu kommen. Darum trainieren wir auch da, wo uns jeder zu jeder Zeit kontrollieren kann", sagte der viermalige Olympiasieger. Außerdem habe er seit seinem Amtsantritt viele Gespräche mit seinen Athleten geführt. "Sie sind alle für sauberen Sport. Um das zu dokumentieren, wollen wir auch diese Kontrollmöglichkeiten anbieten. Sie werden auch sehr rege genutzt", sagte Groß.

"Unfair, nur auf Russland rumzuhacken"

Der neunmalige Weltmeister zeigte sich derweil schockiert von den Anschuldigungen gegen die russischen Leichtathleten. "Das ist schon erschreckend zu hören", sagte er, fügte aber gleich an: "Es wäre aber auch ein bisschen unfair, immer nur auf Russland rumzuhacken. Den Leichtathletikverband gibt es ja nicht nur in Russland, das ist ein weltweites Problem."

Im Zuge des bislang letzten großen Dopingfalls im Biathlon war der russische Verband RBU wegen drei Fällen zuletzt in der Saison 2013/14 zur Höchststrafe von 100.000 Euro verurteilt worden. Damals waren Jekaterina Jurjewa, Irina Starych und Alexander Loginow überführt worden. Wiederholungstäterin Jurjewa wurde im vergangenen Juni für acht Jahre gesperrt, Starych und Loginow jeweils für zwei Jahre. Der russische Verband war bereits 2009 wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen mit einer Strafe von 50.000 Euro belegt worden.

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