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IBU Biathlon World Championships - Women's Individual
Laura Dahlmeier erlitt in den Tagen von Hochfilzen bereits zwei Mal einen Kreislaufkollaps © Getty Images

Nach dem erneuten Zusammenbruch von Vorzeige-Biathletin Laura Dahlmeier übt der Deutsche Skiverband Kritik am straffen WM-Programm. Dahlmeiers Management ist anderer Meinung.

Nach dem erneuten Kreislaufkollaps von Vierfach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier hat der Deutsche Skiverband Kritik am Weltverband IBU geübt. Das prall gefüllte Programm für Medaillengewinner nach den Rennen erschwere die Regeneration.

"Die IBU muss sich überlegen, wie sie die Siegerehrung gestalten will. Wir drängen schon seit Jahren auf Änderungen", sagte DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach am Samstag.

Die Rennen fanden in Hochfilzen meist am Nachmittag kurz vor 15 Uhr statt, die abendliche Siegerehrung war jeweils für 19 Uhr angesetzt.

Mit Interviews, Flower Ceremony, Pressekonferenz, Fotoshootings, Dopingkontrolle, Hin- und Rückfahrt gehe so viel Zeit drauf, dass vor der Siegerehrung für die Sportler keine Regeneration mehr möglich sei.

Management schwächt ab

Dahlmeiers Management teilt die Kritik des DSV jedoch nicht. "Aus unserer Sicht ist das machbar. Es ist alles noch im Rahmen", sagte Jörg Heger von triceps-Management bei SPORT1.

"Für Athleten wie Laura oder Martin Fourcade ist das natürlich viel. Aber Sportler, die nur einmal bei der WM auf dem Podest stehen, die genießen dieses Programm", fügte er hinzu.

"Es war ein bisschen zu viel für mich"

Dahlmeier spürte in Hochfilzen sozusagen den Fluch des Erfolgs. In allen Rennen stand sie bislang auf dem Podest, vier Mal gewann sie Gold, einmal Silber.

Doch sowohl nach dem Einzelrennen als auch nach der Staffel am Freitag erlitt sie einen Kreislaufkollaps.

"Es war alles bisschen viel für mich in letzter Zeit. Es geht nicht alles spurlos an mir vorüber. Ich bin gefordert, nicht nur im Wettkampf, sondern auch drumherum", sagte Dahlmeier selbst zu ihren Problemen.

Am Sonntag (11.30 Uhr im LIVETICKER) kämpft sie im Massenstart um eine weitere Medaille.

Kritik greift nur bedingt

Vollständig greift die Kritik des DSV jedoch nicht. Denn ihren Weltmeistertitel in der Verfolgung holte Dahlmeier am Sonntag bereits am Vormittag. Bis zur Siegerehrung am Abend war an diesem Tag genügend Zeit zur Regeneration.

Nach zwei Ruhetagen erlitt Dahlmeier dann am Mittwoch ihren ersten Zusammenbruch, wobei dabei auch die ungewöhnlich warmen Temperaturen eine Rolle spielten.   

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