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BIATHLON-WORLD-WOMEN
Laura Dahlmeier ist die fünfte deutsche Siegerin im Gesamtweltcup © Getty Images

Laura Dahlmeier krönt mit dem vorzeitigen Gesamtweltcup-Sieg ihre einzigartige Saison. Als ihr der Triumph bewusst wird, bekommt sie feuchte Augen.

Laura Dahlmeier wollte überhaupt nicht glauben, welches Kunststück ihr gerade gelungen war. "Ist es jetzt wirklich fix?", fragte sie ungläubig und konnte die Antwort kaum fassen. Ja, sie hatte gerade als fünfte Deutsche den Gesamtweltcup gewonnen und ihre unglaubliche Biathlonsaison gekrönt.

"Wahnsinn! Krass!", stammelte sie bewegt und mit feuchten Augen, denn selbst hatte sie nie nachgerechnet: "Das macht mich jetzt echt sprachlos."

Zehnter Saisonsieg

Mit ihrem zehnten Saisonsieg in der Verfolgung von Kontiolahti ist die 23-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen bereits drei Rennen vor dem Saisonende nicht mehr von der Spitze zu verdrängen.

"Das ist echt ein krasser Moment. Es hat sich sehr, sehr viel gelohnt. Ich habe viel investiert und sehr, sehr viel trainiert", sagte Dahlmeier im ZDF. Erst im Fernsehinterview erfuhr sie von ihrem Erfolg: "Ich muss mich bei sehr vielen Leuten bedanken. Danke Mama, danke Papa, danke auch an meinen Bruder!"

Die junge Bayerin trat wenige Wochen nach fünfmal Gold und einmal Silber bei der WM in Hochfilzen in die Fußstapfen ihrer ehemaligen Trainingsgefährtin Magdalena Neuner, die 2012 als bislang letzte Deutsche die große Kristallkugel gewonnen hatte. Nach Rekordweltmeisterin Neuner (2008, 2010, 2012), Martina Glagow (2003), Kati Wilhelm (2006) und Andrea Henkel (2007) glückte Dahlmeier nun dieser Triumph.

"Immer an das große Ziel gedacht"

"Ich habe immer an dieses große Ziel gedacht. Das macht den komplexesten Sportler aus", sagte Dahlmeier.

Sie musste in Kontiolahti in Sprint und Verfolgung unter Berücksichtigung der Streichergebnisse insgesamt 36 Punkte mehr einfahren als Vorjahressiegerin Gabriela Koukalova.

Nach 23 von 26 Saisonrennen hat die Tschechin nun 199 Punkte Rückstand, beim Weltcupfinale in Oslo in der kommenden Woche werden aber maximal noch 180 Zähler für eine Athletin vergeben. Koukalova wurde am Samstag nur Zehnte.

Dahlmeier, als Zweite des Sprints am Freitag gestartet, schob sich bereits auf der zweiten Laufrunde an der Norwegerin Tiril Eckhoff vorbei an die Spitze. Zwar leistete sie sich einen Schießfehler, doch schon vor der Schlussrunde war sie von der Konkurrenz nicht mehr einzuholen und lief mit einem Lachen im Gesicht ins Ziel.

28.000 Euro Preisgeld

Der Erfolg lohnt sich für sie auch finanziell. 28.000 Euro Preisgeld gibt es vom Weltverband IBU für die beste Biathletin der Saison. Mehr als 200.000 Euro hat Dahlmeier durch ihre Resultate in den Einzelrennen bereits verdient, hinzu kommen Prämien für die Tage im Gelben Trikot und Staffelerfolge.

Vor allem ihre zehn Siege (130.000 Euro) und sechs zweiten Plätze (60.000) lassen die Kasse klingeln. Ein siebter Platz, für den es noch 3000 Euro gibt, ist in 21 Rennen Dahlmeiers schlechtestes Resultat eines einmaligen Winters.

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