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Claudia Pechstein startet mit einem Privatteam das Unternehmen Olympia 2018
Claudia Pechstein belegte in der Gesamtweltcup Rang zwei © Getty Images

Claudia Pechstein warf Kusshändchen ins Publikum und lächelte zufrieden. Mit ihrem unerwarteten zweiten Platz im Langstrecken-Gesamtweltcup setzte die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin beim Weltcup-Finale in Erfurt mit 43 Jahren wieder einmal ein Ausrufezeichen und kassierte eine Prämie von 10.000 US-Dollar.

Neben Pechstein trumpfte in Thüringen "Sachsen-Blitz" Nico Ihle auf. Der Sprinter aus Chemnitz holte über 1000 m die erste deutsche Podiumsplatzierung im Gesamtweltcup seit 1990. Pechstein und Ihle bescherten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) im schwierigen Jahr eins nach dem Debakel bei Olympia in Sotschi einen versöhnlichen Saisonabschluss.

Pechstein zeigt soliden Auftritt

"Ein schöner Trend, eine schöne Tendenz", sagte DESG-Teamleiter Helge Jasch: "Die zwei Podiumsplätze von Claudia Pechstein und Nico Ihle zeigen, was über das gesamte Jahr geleistet wurde."

Vor 2000 Zuschauern spielte Pechstein über 3000 m wieder ihre ganze Routine aus und glitt am Ende noch im rechten Augenblick über den Zielstrich. 4:09,14 Minuten standen für sie zu Buche. Das reichte im Rennen für Platz vier und im Gesamtweltcup über 3000 und 5000 m für Rang zwei hinter Martina Sablikova (Tschechien).

"Beste Saisonleistung" und Glanzpunkt

Für Pechstein war es die 23. Medaille in einem Gesamtweltcup. "Ich bin happy. Das war meine beste Saisonleistung über 3000 m. Und Platz zwei in der Gesamtwertung ist auch ganz toll", sagte die Berlinerin, die in Zukunft einen neuen Trainer hat. Ab dem 1. April wird sie von Uwe-Michael Hüttenrauch betreut. Den "Neuen" kennt sie noch als Trainer aus Kindertagen.

Zuvor hatte Ihle bereits einen Glanzpunkt gesetzt. Das Kraftpaket fuhr im letzten Rennen über 1000 m in 1:09,55 Minuten auf den fünften Rang. Das reichte in der Gesamtabrechnung für Rang drei. Erstmals seit Uwe-Jens May (DDR) 1990 landete wieder ein deutscher Läufer im Gesamtweltcup über 1000 m auf dem Podium.

Pokalteller für die Wand

"Ich bin überglücklich. Diesen Erfolg habe ich mir hart erarbeitet. Den Pokalteller hänge ich mir zu Hause an die Wand", verriet Ihle und freute sich nach der harten Saison auf die Auszeit: "Im April geht es in den Urlaub auf die Kapverden." Sein Team-Kollege Samuel Schwarz, der in Erfurt nicht mehr antrat, kam in der Gesamtwertung auf Rang sechs.

Über 500 m sollte es für Ihle mit dem Podiumsplatz nicht klappen. In 35,15 Sekunden wurde der 29-Jährige im letzten Lauf Vierter, in der Gesamtwertung sprang beim Sieg des Russen Pawel Kulischnikow Rang fünf heraus. "Ich bin dennoch zufrieden mit der Saison", meinte der Chemnitzer.

Hesse verpasst Medaille

Auch Judith Hesse konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Für die 32-Jährige platzte der Traum von der ersten Medaille ihrer Karriere. Hesse wirkte auf ihrer Heimbahn über 500 m nervös und konnte die guten Leistungen der letzten Wochen nicht bestätigen. Am Ende reichte es nur für Rang fünf im Gesamtklassement.

Der Erfurter Patrick Beckert lief über 5000 m in 6:21,80 Minuten mit Rang drei erstmals in dieser Weltcup-Saison aufs Podium, doch im Gesamtweltcup musste sich der WM-Dritte beim Sieg des Niederländers Jorrit Bergsma (6:17,49) mit Rang vier begnügen. "Es ist gut, dass Nico Ihle und Patrick Beckert konstant in der Weltklasse angekommen sind", sagte Jasch. Auch wenn Beckert seine Saison als "nicht optimal" bezeichnete. Der 24-Jährige war zwischenzeitlich durch einen Bänderriss zurückgeworfen worden.

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