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Claudia Pechstein landete auf Platz acht
Claudia Pechstein war zu Unrecht wegen Dopings verurteilt worden © getty

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat den Umgang der Öffentlichkeit mit ihrem Kampf gegen die Dopingsperre heftig kritisiert und erneut ihre damaligen Selbstmordgedanken thematisiert.

"Es kann nicht sein, dass man als Sportler in ein Eck gestellt wird, ohne einen positiven Befund. Medien und andere Branchen haben mich komplett denunziert, das ist wirklich brutal", sagte die 43-Jährige bei Servus-TV: "Ich war kurz davor, mir das Leben zu nehmen."

Zudem bemängelte die deutsche Rekord-Olympionikin eine Ungleichbehandlung durch die Doping-Kontrolleure. "Bei Olympia in Sotschi bin ich neunmal getestet worden, andere Sportler nicht einmal", sagte Pechstein: "Ich habe nichts zu verbergen, daher ist das auch kein Problem. Trotzdem ist das ungleiches Maß, mich macht das nachdenklich. Man muss dann fast schlussfolgern, dass es im Eisschnelllauf nicht immer legal zugeht."

Im Januar hatte Pechstein in ihrem langjährigen Kampf um Rehabilitation im Zuge ihrer zweijährigen Dopingsperre zwei Meilensteine erreicht. Zunächst ließ das Oberlandesgericht (OLG) in München ihre Schadenersatzklage gegen den Weltverband ISU auf 4,4 Millionen Euro zu, anschließend folgte die für Pechstein positive Einschätzung der DOSB-Expertenkommission einschließlich einer Entschuldigung von DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Pechstein war wegen erhöhter Blutwerte 2009 von der ISU für zwei Jahre gesperrt worden, ohne dass es einen Dopingbefund gegeben hatte. Pechstein argumentierte stets mit einer genetisch bedingten Blutanomalie und erhielt dabei Unterstützung von Experten.

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