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Eisschnellläuferin Claudia Pechstein im Gerichtssaal
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein klagt auf Schadenersatz in Millionenhöhe © getty

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat laut Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) im Kampf für ihre Rechte viel Sportprominenz hinter sich versammelt. Mehr als hundert Sportler unterzeichneten demnach eine Petition, in der sie das Recht einfordern, ordentliche Gerichte anrufen zu dürfen anstatt sich auf das System der Schiedsgerichtsbarkeit zu beschränken.

Auf der Liste, die die FAZ veröffentlichte, stehen zwanzig Olympiasieger, unter anderem der frühere Skispringer Jens Weißflog und Ex-Bahnradfahrer Robert Bartko, heute Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).

Die Unterzeichner fordern eine Reform der Sportgerichtsbarkeit in Deutschland und im internationalen Sport und wenden sich gegen den Paragraphen 11 des geplanten Anti-Doping-Gesetzes, in dem die Schiedsgerichtsbarkeit gestärkt werden soll. Unter anderem soll die freie und gleichberechtigte Wahl der Richter und öffentlichen Verhandlung, Prozesskostenhilfe sowie die Möglichkeit der Wiederaufnahme von Verfahren eingeführt werden.

Justizminister Heiko Maas (SPD) verteidigte derweil eine Stärkung der Schiedsgerichtsbarkeit. "Ich halte es für sehr wichtig, dass die Regeln im Wettkampfsport für alle Sportler in gleicher Weise gelten", wird er zitiert: "Und zwar unabhängig davon, ob sie in Deutschland, Äthiopien, Kanada, Russland oder Brasilien leben und unabhängig davon, an welchem Ort der Wettkampf stattfindet. Das ist im Interesse der Sportler und betrifft besonders das Dopingverbot, das der Chancengleichheit dient. Diese weltweit gleiche Anwendung der Sportregeln können wir am besten über eine Sportschiedsgerichtsbarkeit erreichen."

Pechstein befindet sich derzeit in einem Rechtsstreit mit dem Weltverband ISU. Deutschlands Rekord-Winterolympionikin war 2009 wegen erhöhter Blutwerte gesperrt worden. Wegen Verdienstausfällen im Zuge der durch die ISU verhängten zweijährigen Dopingsperre fordert Pechstein 4,4 Millionen Euro Schadenersatz.

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