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ISU World Cup Speed Skating Final -  Day 1
Claudia Pechstein hat ihren Prozess vor dem Bundesgerichtshof verloren © Getty Images

Claudia Pechstein wählt nach dem BGH-Urteil einen obskuren Vergleich, der DOSB und auch die Politik begrüßen die Entscheidung aber. Die Reaktionen.

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Fall von Claudia Pechstein ärgert sich die Eisschnellläuferin, aus Sport und Politik gibt es dagegen zustimmende Reaktionen.

Der BGH hatte erklärt, dass die Schadenersatzklage der Eisschnellläuferin wegen ihrer zweijährigen Sperre vor deutschen Gerichten unzulässig sei.

SPORT1 fasst die Reaktionen zusammen:

Claudia Pechstein: "Jeder Flüchtling, der nach Deutschland kommt und sich registriert, genießt Rechtsschutz. Wir Sportler nicht. Das zeigt, dass wir vor Gericht Menschen zweiter Klasse sind. Was ich da heute gehört habe, ist definitiv nicht akzeptabel für mich. Fest steht: Es ist noch nicht zu Ende. Ich denke, es dauert noch ein paar Jahre. Aber ich habe Ausdauer und kämpfe bis zum Schluss."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU): "Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Urteil für Klarheit und Rechtssicherheit bei Schiedsvereinbarungen im Sport gesorgt. Das ist erfreulich. Zu Recht hebt der Bundesgerichtshof hervor, dass die mit der Sportschiedsgerichtsbarkeit verbundenen Vorteile gleichermaßen dem Verband wie auch dem Athleten zugutekommen. Aus diesem Grund haben wir auch mit unserem Antidopinggesetz die Sportgerichtsbarkeit gestärkt. Die Reformbemühung der CAS sollten allerdings wegen des Urteils nicht nachlassen."

Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Aus sportrechtlicher Sicht begrüßt der DOSB das Urteil, da der Kartellsenat des Bundesgerichtshofes den Rechtsweg über echte Schiedsgerichte in vollem Umfang bestätigt hat.... Unabhängig von der Entscheidung des BGH tut es uns für Claudia Pechstein persönlich leid, dass ihr langer Kampf um Schadensersatz vor deutschen Zivilgerichten nicht erfolgreich war."

Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschuss im Deutschen Bundestag: "Generell begrüße ich das Urteil, weil die Gefahr, dass der Sport in Deutschland ansonsten international isoliert sein könnte, nun gebannt ist. Es ist wichtig, dass es für alle Athleten weltweit eine gewisse Vergleichbarkeit bei der Rechtsprechung gibt."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC): "Das IOC begrüßt die Entscheidung des Bundesgerichtshofes. Er liegt mit seiner Bestätigung der internationalen Sportschiedsgerichtsbarkeit auf einer Linie mit anderen hochrangigen Gerichten, insbesondere dem zuvorderst zuständigen Schweizer Bundesgericht. Das Urteil trägt damit zur Rechtssicherheit im Kampf gegen Doping bei."

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