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Der frühere Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle hat angesichts des bisherigen Abschneidens des deutschen Loipen-Teams bei der WM in Falun deutliche Kritik geübt.

"Wenn ich mir die Trainingsdaten ansehe, dann bin ich überzeugt: Es wurde nicht alles für den Erfolg getan. Das System ist nicht in Ordnung", sagte der 54-Jährige der Tageszeitung Die Welt.  

Vor allem seinen Nachfolger Frank Ullrich ging der frühere Erfolgscoach aus Willingen an.

"Was den Männerbereich angeht, stimmt sicher das Gesamtsystem nicht. Die Herangehensweise des Cheftrainers ist auch so gar nicht meine Art", sagte Behle: "Ich kann doch nicht alles immer schönreden. Seit drei Jahren höre ich: Wir sind in Schlagdistanz. Anstatt mal ehrlich zu sagen: Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Und vielleicht haben wir auch nicht alles dafür getan, was möglich ist."

Behle schränkte allerdings ein: "Es wäre jetzt aber unfair gegenüber Ullrich, die einstigen Erfolge von Angerer, Teichmann und Sommerfeldt als Grundlage zu nehmen. Du hast einfach nicht immer Angerers und Teichmanns. Es ist eine gewisse Durststrecke."

Die früheren Gesamtweltcup-Sieger Tobias Angerer und Axel Teichmann waren nach Olympia in Sotschi zurückgetreten. Rene Sommerfeldt, der die große Kristallkugel 2003/04 unter Behles Regie geholt hatte, ist seit 2010 nicht mehr aktiv.

Hoffnung auf Besserung hat der heutige Eurosport-Experte Behle vorerst nicht. "Für die Zukunft sieht es gar nicht gut aus. Es fehlt auch der eine, der vorneweg läuft", sagte er.

Die deutschen Langläufer sind bei der WM in Falun noch ohne Medaille, zwei vierte Plätze in den Teamsprints waren die bislang besten Ergebnisse. Schon 2013 in Val di Fiemme waren die DSV-Läufer ohne Medaille geblieben.

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