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Langlauf-Bundestrainer Frank Ullrich bei der Tour de Ski in Oberstdorf
Frank Ullrich übernahm 2012 das Amt des Bundestrainers der Skilangläufer © Getty Images

Frank Ullrich zieht die Konsequenzen aus dem Misserfolg der deutschen Skilangläufer und tritt vom Amt des Bundestrainers zurück. Sein Vorgänger legt nochmal mit Kritik nach.

Bundestrainer Frank Ullrich hat beim Weltcup-Finale in Oslo seinen Rücktritt erklärt. Der 57-Jährige reagierte damit auf die anhaltende Kritik vor allem aus den Reihen des Deutschen Skiverbandes.

"Das war für mich ein Schlag ins Gesicht. Ich werde daher die Zusammenarbeit mit dem DSV beenden. Diese Entscheidung habe ich gemeinsam mit meiner Familie getroffen", sagte Ullrich in der ARD.

Bei der WM in Falun waren die deutschen Langläufer zum zweiten Mal in Folge ohne Medaille geblieben, DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller hatte anschließend Konsequenzen angekündigt.

"Das war eines Generalsekretärs nicht würdig. Pfüller war immerhin derjenige, der mich vor drei Jahren angerufen und um Hilfe gebeten hat", sagte Ullrich.

Biathlon-Olympiasieger Ullrich hatte den Job 2012 von Jochen Behle übernommen. Dabei trat er ein schweres Erbe an: Zum einen stand Behle für die Goldene Ära ab 2002 mit zwei Olympiasiegen und vier Gesamtweltcup-Erfolgen in Serie. Zum anderen hinterließ er Ullrich nach seinem Rücktritt eine zersplitterte Mannschaft.

Behle hatte Ullrichs Arbeit bereits während der Saison kritisiert. Nach der Verkündung des Schritts legte er gegenüber Eurosport nach: "Ich habe schon seit Wochen damit gerechnet. Ullrichs Rücktritt ist die logische Konsequenz. Ich habe von Beginn an nichts von ihm gehalten, da er sich im Langlaufsport nicht richtig auskennt."

Er hofft auf bessere Zeiten im deutschen Skilanglauf und bringt interne Probleme ans Licht: "Ich weiß aus der Nähe, die ich zu den Athleten habe, dass es intern im Team ordentlich gebrodelt hat. Man kann nicht drei Jahre lang betonen, dass man auf Schlagdistanz zur Weltspitze ist und in Wirklichkeit aber trostlos zurückfällt."

Nicole Fessel wollte zum Ullrich-Rücktritt in der ARD nur sagen: "Das muss ich erst mal sacken lassen."

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