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Severin Freund-Planica
Severin Freund schwebt über das Gelände der Skiflug-Anlage in Planica © Getty Images

Köln - Severin Freund ist mit dem Gewinn des Gesamtweltcups endgültig in der Galerie der Großen angekommen. Schon jetzt hat er das nächste Ziel vor Augen: Vierschanzentournee.

Den ersehnten Urlaub musste Severin Freund nach seinem Triumph in Planica erst einmal verschieben. "Eigentlich brauche ich jetzt eine Auszeit", wünschte sich der 26-Jährige, doch nach dem größten Erfolg seiner Karriere wartet auf den Skispringer zunächst ein wahrer Feier-Marathon.

Freunds straffes Programm: Am Mittwoch Empfang am Kirchplatz von Breitenberg, am Donnerstag Kutschfahrt und Eintrag ins Goldene Buch seiner Heimatstadt Waldkirchen.

Die Ehrenrunde durch Niederbayern wird für Freund die Belohnung einer grandiosen Saison. Spätestens seit dem Gewinn des Gesamtweltcups am Sonntag gehört der Überflieger endgültig zur Galerie der deutschen Skisprung-Helden wie Jens Weißflog oder Martin Schmitt.

Vierschanzentournee war enttäuschend

"Das ist der größte Titel, den es gibt. Wahnsinn", sagte Freund, der schon jetzt als ein Anwärter für die Wahl zum Sportler des Jahres 2015 gilt.

Dabei fand Severin, "der Ernste" also, trotz WM-Gold und großer Kristallkugel noch ein Haar in der Suppe. "Perfekt war der Winter nicht", sagte der neunmalige Saisonsieger und spielte vor allem auf die Vierschanzentournee an. Dort war Freund als Achter deutlich hinter den Erwartungen geblieben.

"Daran müssen wir noch arbeiten", gab auch Bundestrainer Werner Schuster zu bedenken: "Aber vielleicht ist es auch ganz gut so. Denn so haben wir noch ein Ziel."

Vierschanzentournee-Oberstdorf-Severin Freund
Die Vierschanzentournee 2014/15 lief Severin Freund nicht wie erhofft © Getty Images

Freund als Konstanz-Experte

Der Tournee-Triumph wird in der Tat Freunds wichtigste Aufgabe im kommenden Winter, zumal es dann weder eine WM noch Olympische Spiele geben wird.

"Die Tournee ist ähnlich schwer zu gewinnen wie der Gesamtweltcup, weil man über mehrere Springen konstant sein muss", sagte Freund einmal. Zumindest in Sachen Konstanz ist der DSV-Adler inzwischen allerdings ein Experte.

Daran änderte auch das etwas glückliche Ende in Planica nichts. "Peter hätte es ebenso verdient gehabt wie ich. Vielleicht wird die Regel für die Zukunft ja geändert, so oft passiert so etwas schließlich nicht", sagte Freund.

Prevc ex aequo mit Freund

Nach einem wahren Krimi lag der Weltmeister in der Gesamtwertung gleichauf mit dem Slowenen Peter Prevc, nur wegen der höheren Anzahl an Saisonsiegen durfte Freund die große Kristallkugel einpacken.

"Natürlich ist das Ende ein wenig bitter. Aber Regeln sind eben Regeln", sagte auch Sloweniens Nationaltrainer Goran Janus. Zu allem Überfluss war es ausgerechnet sein Schützling Jurij Tepes, der den Teamkollegen Prevc auf Rang zwei verwies.

Prevc gab sich dennoch als fairer Verlierer. "Severin hat es absolut verdient", sagte der 22-Jährige, der immerhin die kleine Kugel für den besten Skiflieger eroberte und Freund via Twitter gratulierte.

Freund bedankte sich artig für so viel Lob, nahm seine brandneuen Sprungski mit der Aufschrift "Gesamtweltcupsieger 2014/2015" entgegen und schritt stolz zur Siegerehrung.

Auch dort konnte er das Ende der Saison kaum abwarten: Freund hüpfte vom Podest, noch ehe die deutsche Nationalhymne erklungen war. Spätestens in dem Moment wurde deutlich: Severin Freund braucht dringend Urlaub.

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