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Severin Freund landete auf Platz zwei
Severin Freund landete auf Platz zwei © Getty Images

Lahti - Beim Springen in Lathi muss Severin Freund nur einem Österreicher den Vortritt lassen. Im Kampf um den Gesamtweltcup verbessert er dennoch seine Ausgangslage.

Auch im Nebel vom Lahti hat Skisprung-Weltmeister Severin Freund keine Schwäche gezeigt und endgültig die Jagd auf den Gesamtweltcup eröffnet.

Freund musste sich am Sonntag im WM-Ort von 2017 als Zweiter nur Österreichs Vierschanzentournee-Sieger Stefan Kraft geschlagen geben, nachdem er tags zuvor bereits das deutsche Team auf Platz zwei geführt hatte.

"Ich kann zufrieden sein", sagte der 26 Jahre alte Niederbayer, der den Schwung von der für ihn so erfolgreichen WM in Falun mitnehmen konnte: "Meine Sprünge waren heute nicht perfekt, daher ist der zweite Platz im Einzel schon ein gutes Ergebnis - zumal Krafts zweiter Sprung einfach super war.

Traumsprung sichert Koch den Sieg

Nach Sprüngen auf 126,0 und 126,5 m lag Freund letztlich 11,3 Punkte hinter Kraft (284,5), der sich mit einem Traumsprung auf 133, 5 m im zweiten Durchgang seinen dritten Sieg in diesem Winter sicherte. Dritter wurde der Norweger Anders Fannemel (268,0).

Freund verpasste zwar seinen sechsten Saisonsieg, sprang aber zum achten Mal in den letzten zehn Wettkämpfen aufs Podest - lediglich als Vierter in Vikersund und bei seiner Disqualifikation in Titisee-Neustadt hatte Freund das Stockerl verpasst.

Freud verkürzt Rückstand

In der Weltcup-Gesamtwertung verkürzte Freund bei noch sechs ausstehenden Einzelspringen mit nun 1243 Punkten den Rückstand auf den Führenden Peter Prevc (1315), der in Lahti Vierter wurde. Als Zweiter rückte Kraft (1308) Prevc sehr nahe.

"Das wird ein heißer Wettkampf bis zum Finale in Planica bleiben", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Severin hat hier nicht so hochklassige Sprünge wie in Falun gehabt, er musste sich alles erarbeiten."

Die Weltcup-Hatz geht bereits am Dienstag im finnischen Kuopio weiter. Binnen 13 Tagen stehen sage und schreibe noch sechs Einzel- und ein Teamspringen an.

Freitag enttäuscht

Die weiteren Deutschen blieben am Sontag hinter ihren Möglichkeiten zurück. Als zweitbester der insgesamt sieben DSV-Adler kam Andreas Wellinger nicht über Platz 15 hinaus, Richard Freitag belegte auf Rang 16.

Markus Eisenbichler (19.), Michael Neumayer (20.) und Andreas Wank (27.) erreichten immerhin noch den zweiten Durchgang. Team-Olympiasieger Marinus Kraus hingegen enttäuschte mit nur 110,0 m komplett und schied als 47. nach dem ersten Sprung aus.

Bereits am Samstag hatten Freund und Co. zumindest teilweise Wiedergutmachung für den Absturz im WM-Teamwettbewerb von Falun geleistet. Freund, Freitag, Kraus und Eisenbichler wurden beim vorletzten Mannschaftsspringen der Saison Zweiter hinter Weltmeister Norwegen und zeigten dabei ein ganz anderes Gesicht als beim fünften Platz in Schweden.

"Ein guter Wettkampf"

"Das war heute ein guter Wettkampf", sagte Freund, "wenn wir mit einem 'Rodler' vom Markus und einer schlechten Landung von mir im zweiten Durchgang Zweiter werden, können wir durchaus zufrieden sein."

Der "Rodler" von Markus Eisenbichler im zweitem Sprung hatte das DSV-Quartett alle Siegchancen gekostet, der Aufsteiger der Saison musste bei der Landung in den Schnee greifen und erhielt deutliche Abzüge.

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