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Andreas Kloo begleitete für SPORT1 die Vierschanzentournee vor Ort
Andreas Kloo begleitete für SPORT1 die Vierschanzentournee vor Ort © SPORT1/getty images

Die Vierschanzentournee ist die letzte Bastion des Wintersports inmitten des Klimawandels. Dafür gibt es mehrere Gründe. Andere Wintersportarten haben große Probleme.

Frühlingshafte zwölf Grad in Oberstdorf, ein grüner Hausberg von Ski-Star Felix Neureuther.

Wenn man in den letzten Wochen in Bayern unterwegs war, kamen einem Zweifel, ob der Wintersport hierzulande noch eine Zukunft hat.

Doch zum Glück gibt es die Vierschanzentournee, die letzte Bastion des Wintersports inmitten des Klimawandels. Das traditionsreiche und beliebte Skisprung-Spektakel zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig wird es noch in fünfzig Jahren geben.

Und das hat Gründe:

Der Sportfan weiß, was ihn erwartet. Wenn etwas verändert wurde am Modus der Veranstaltung, dann waren es leichte Optimierungen wie die Einführung des K.o.-Systems oder die grüne Laser-Linie zur Anzeige der Führungsweite.

Die Regeln sind einfach. Die Punkte der vier Springen werden zusammengezählt und wer am Ende die meisten davon hat, ist vorne.

Die Spannung lässt sich so bis zum finalen Showdown in Bischofshofen wunderschön steigern. Und wenn dann auch noch ein Deutscher wie Severin Freund in diesem Jahr konstant aufs Podest springt, ist der Erfolg der Veranstaltung gesichert.

Fast schon verzweifelt versuchten andere, die Erfolgsmarke Tournee zu kopieren. Doch der Tour de Ski der Langläufer fehlen mittlerweile ebenso deutsche Erfolge als Zugpferd wie die Verständlichkeit der Regeln für den Mainstream-Fan.

Die Kopie war eben noch nie besser als das Original.

Gerade in diesem Winter ist die Vierschanzentournee fast schon das einzige Highlight des Wintersports.

Als großes Event steht nur noch die Biathlon-WM in Oslo an. Die findet allerdings erst im März Zeit, wenn die Menschen hierzulande schon Frühlingsgefühle entwickeln.

Und die Organisatoren der großen Skiklassiker in Wengen, Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen tun sich auch dieses Jahr angesichts der Plusgrade wieder schwer überhaupt ein Rennen durchzuführen.

Über solche Sorgen können die Tournee-Macher nur müde lächeln.

Die Tournee-Veranstalter müssen sich höchstens Gedanken machen, wie sie mit dem stetig steigenden Zuschaueransturm zurechtkommen. Pläne zur Vergrößerung der Stadien laufen bereits.

Doch das sind Luxussorgen.

Die Tournee kann sie sich leisten.

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