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Für Richard Freitag sind alle Chancen auf einen Sieg bei der Vierschanzentournee vorbei
Für Richard Freitag sind alle Chancen auf einen Sieg bei der Vierschanzentournee vorbei © Getty Images

Bei Richard Freitag gibt es nach dem Sturz-Drama von Innsbruck leichte Entwarnung. Die deutschen Verantwortlichen üben scharfe Kritik an den Verantwortlichen.

Der Sturz von Richard Freitag beim Springen in Innsbruck beendete alle Hoffnungen auf den ersten deutschen Tournee-Sieger seit 2002. Nach der Entwarnung von Teamarzt Mark Dorfmüller bleibt im deutschen Lager vor allem die Wut.

Bundestrainer Werner Schuster übte nach dem Springen harsche Kritik an den Veranstaltern: "Es war definitiv zu viel Anlauf. Ich habe das gestern schon befürchtet. Das ist definitiv zu viel Anlauf, bei diesen Bedingungen darf man niemals so weit springen lassen. Es ist hier schon seit gestern definitiv die falsche Wettkampfführung für diese Aufsprungpräparierung", schimpfte Schuster im ZDF

DSV versteht Jury-Entscheidung nicht

Zwar hätte auch Schuster als Trainer die Möglichkeit gehabt, den Anlauf für seinen Schützling zu verkürzen. Dieses Argument wollte er aber nicht gelten lassen: "Bei diesen Bedingungen alles auf die Trainer abzuwälzen, ist feige."

Der sportliche Leiter des DSV, Horst Hüttel, schlug in die gleiche Kerbe: "Hier wurde extrem weit gesprungen, es ist der gleiche Technische Direktor, der auch in Hinterzarten am Werk war. Bei diesen Bedingungen musst du nicht über Hillsize springen. Das verstehen wir nicht, obwohl er sich ein bisschen selbst auf den Ski gesprungen ist. Bei einer Luke weniger ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass so etwas nicht passiert. Wir haben vor dem Durchgang für eine defensivere Gangart plädiert. Das macht die ganze Sache noch tragischer."

Hüttel verwies auf ein Weltcup-Springen der Frauen in Hinterzarten im Dezember. Auch damals war der Norweger Geir Steinar Loeng für die Wettkampfführung verantwortlich. Die deutsche Skispringerin Svenja Würth stürzte dabei schwer und zog sich einen Kreuzbandriss zu.

Schmitt erinnert an Freund-Sturz

Ex-Springer Martin Schmitt kritisierte bei Eurosport vor allem die Aufsprungpräparierung, die den Athleten bei schlechter Sicht zu wenig optische Orientierung bot: "Der Hang ist nicht gut präpariert, grade bei den Besten müssten mehr Linien im Hang sein."

Schmitt verwies auf ähnliche Vorfälle in den Vorjahren: "Ich weiß, was für ein Anspruch bei anderen Weltcup-Springen gestellt wird. Und hier hat man immer das Gefühl, dass ein Auge zugedrückt wird. Das kann nicht der Anspruch von einem Tournee-Veranstalter sein."

Vor zwei Jahren war Severin Freund im Probedurchgang von Innsbruck zu Fall gekommen. Freund verletzte sich dabei an der Hüfte und ging gehandicapt in das Duell um den Tourneesieg mit Peter Prevc, welches er schließlich verlor.

Im Vorjahr stürzte Stoch. Auch damals gab es Kritik an der Hangpräparierung.

Start in Bischofshofen noch offen

Richard Freitag sprang sich bei der Landung mit seinem Ski auf den anderen und verlor dadurch das Gleichgewicht. Der 26-Jährige hielt sich nach dem Sturz kurz den rechten Arm und verließ den Zielraum leicht humpelnd. Zwar schaffte er es trotz des Sturzes als 22. in den zweiten Durchgang, zu diesem trat er aber nicht an.

"Richard hat sehr starke Schmerzen an der Hüfte. Ich bin froh, dass er nicht über Schmerzen im Knie berichtet hat. Das ist schade für Richard, schade für uns und schade für die Tournee", sagte Bundestrainer Werner Schuster im Anschluss im ZDF. Freitag fuhr derweil direkt zur Untersuchung ins Krankenhaus. In der Tournee-Gesamtwertung liegt er damit nur noch auf Rang 21.

Freitag "ein Kämpfer"

Ob der Deutsche beim letzten Springen in Bischofshofen startet ist noch offen. "Für die erste Diagnostik kann ich Entwarnung geben, aber wir müssen abwarten. Wenn er eine Chance hat, wird er es auf jeden Fall probieren", sagte der deutsche Teamarzt Mark Dorfmüller nach einer Untersuchung im Krankenhaus von Innsbruck.

"Aktuell ist es okay. Er hat noch Schmerzen und kann noch nicht richtig belasten. Insofern müssen wir abwarten, wie es sich bis morgen entwickelt", meinte Dorfmüller und fügte an: "Der Richie ist ein harter Kämpfer."

Wellinger und Stoch fühlen mit

Der starke dritte Rang von Andreas Wellinger, der in der Gesamtwertung sogar auf den zweiten Platz kletterte, geriet beinahe zur Nebensache. "Wir leiden mit Richard, für ihn ist das beschissen", sagte Wellinger.

Auch Freitags größter Konkurrent Kamil Stoch, der auch das dritte Springen in Innsbruck gewann, litt mit Freitag. "Ich wünsche Richie nur das Beste. Ich hoffe, dass er schnell wieder zurückkommt", so der Pole.

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