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Das Showkampf-Imperium WWE ist fest in der Hand des McMahon-Clans © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images

München - Tim Wiese bestreitet sein erstes Wrestling-Match für WWE - aber wer legt eigentlich fest, wer es gewinnt? SPORT1 erklärt, wie das Showkampf-Imperium tickt.

Tim Wiese wird Wrestling-Star - eine Entwicklung, die nicht nur ihn, sondern auch das Showkampfgeschäft in den Blickpunkt rückt.

Dass die WWE-Kämpfer keinen sportlichen Wettkampf im eigentlichen Sinne austragen, sondern eine abgesprochene Unterhaltungsshow: Jeder weiß es.

Aber wie funktioniert das weltgrößte Showkampf-Unternehmen genau? Wer steckt hinter den wöchentlichen TV-Shows, den Großveranstaltungen wie WrestleMania und den Touren durch die ganze Welt?

Vor Wieses WWE-Debüt am Donnerstag in München erklärt SPORT1 das Showkampf-Imperium und welche Köpfe dahinter stecken.

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- Die Bosse:

Der Mann, der bei WWE über allem thront, heißt Vince McMahon: Der Promoter formte die einst nur regional aktive Wrestling-Liga zu einem globalen Unternehmen, dessen Vorstandschef er bis heute ist - und für das er gelegentlich auch selbst als Oberbösewicht in den Ring stieg.

Vince McMahon übernahm in den achtziger Jahren das Kommando bei WWE
Vince McMahon übernahm in den achtziger Jahren das Kommando bei WWE © Getty Images

McMahon ist mittlerweile aber 71 und bereitet den Generationswechsel vor. Die Chefs der Zukunft sind McMahons Tochter Stephanie - Chief Brand Officer der Firma - und deren Ehemann, Paul Levesque alias Triple H. Die Ringlegende ist im WWE-Vorstand für die Talent-Entwicklung zuständig, er und Stephanie übernehmen immer mehr Verantwortung.

Die kommenden WWE-Bosse: Stephanie McMahon (l.) und Ehemann Paul "Triple H" Levesque
Die kommenden WWE-Bosse: Stephanie McMahon (l.) und Ehemann Paul "Triple H" Levesque © Getty Images

Wer die wichtigen Matches bestreitet und gewinnt, wer die Titelgürtel halten darf, wer generell als großer Star präsentiert wird, wer den großen Bösewicht spielt und wer den Guten: An Vince McMahon und dem kleinen Familienrat im Vorstand geht keine wichtige kreative Entscheidung vorbei. Gewiss auch nicht die, wie Wieses Tag-Team-Kampf mit Cesaro und Sheamus gegen die Bo Dallas, Primo und Epico enden soll.

- Die Autoren:

Die Storys, die bei WWE im und um den Ring erzählt werden, denken sich - in Einklang mit den Richtlinien, die die Chefetage vorgibt - drei Kreativteams aus (je eines für die wichtigen wöchentlichen TV-Sendungen RAW und SmackDown und die Nachwuchsshow NXT). Die Autoren sind oft Seiteneinsteiger aus Hollywood, Schauspieler Freddie Prinze Jr. zum Beispiel war auch einmal WWE-Schreiber.

Premiere Screening For Season Eight Of '24'
Schauspieler Freddie Prinze Jr. gehörte zwischen 2008 und 2009 dem WWE-Kreativteam an © Getty Images

Chefautor ist Dave Kapoor, der vor der Kamera einst als Ranjin Singh auftrat, Übersetzer des indischen Riesen The Great Khali. Für jede größere Show wird ein Skript verfasst, das einem klassischen TV-Drehbuch gleicht: Es legt die Matches und ihre Ausgänge fest, dazu Anordnung und Verlauf von Interviews, Promo-Segmenten und Prügeleien. Verdiente WWE-Stars dürfen sich auch selbst in das Schreiben ihrer Storys einbringen.

- Die Choreographen:

Für die Durchführung der Matches und anderer Segmente im Ring sind so genannte Producer zuständig, früher Road Agents genannt. Es sind Ex-Wrestler wie Fit Finlay, Dean Malenko und Jamie Noble, die Bindeglied zwischen Autoren und Aktiven sind.

Erfahrener Lenker bei WWE: Producer Fit Finlay - hier bei Tim Wieses Auftritt in Frankfurt 2014
Erfahrener Lenker bei WWE: Producer Fit Finlay - hier bei Tim Wieses Auftritt in Frankfurt 2014 © Getty Images

Als Senior Producer fungiert Hall-of-Fame-Mitglied Michael Hayes. Wie der langjährige Wrestling-Journalist Dave Meltzer (Wrestling Observer) SPORT1 berichtet, legt dieser auch die Matchenden bei Live-Shows fest, die nicht im TV übertragen werden - wie der in München.

Michael Hayes (l.) ist Senior Producer bei WWE © twitter.com/WWE

Wie stark ein Kampf durchchoreographiert wird, hängt von der Wichtigkeit des Kampfes und der Erfahrung der Beteiligten ab. Verlässliche Routiniers bekommen oft nur die Grundzüge vorgegeben. "Es werden von uns Wrestlern viel mehr spontane, kreative Elemente in die Kämpfe eingebaut, als es die meisten vermuten", erklärte Wieses Partner Cesaro im Januar bei SPORT1. Neuling Wiese wird einen detaillierteren Plan bekommen.

Die falschen Bosse:

Vor den Kameras treten andere Verantwortliche auf als dahinter, bei RAW und SmackDown gibt es so genannte Commissioner und General Manager. Diese Posten dienen aber nur dem Show-Drehbuch.

Mick Foley (l.), Shane McMahon (2.v.r.) und Daniel Bryan sind bei WWE nur Show-Bosse
Mick Foley (l.), Shane McMahon (2.v.r.) und Daniel Bryan sind bei WWE nur Show-Bosse © twitter.com/WWE

Die General Manager Mick Foley (RAW) und Daniel Bryan (SmackDown) sind WWE-Legenden mit rein repräsentativer Funktion, auch der SmackDown-Commissioner, Shane McMahon, hat keine verantwortliche Position mehr im Unternehmen seines Vaters inne. Anders als seine Schwester Stephanie, die bei RAW dieselbe Rolle spielt, zusätzlich zu ihren realen Aufgaben.

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