Völler nach Neuer-Patzer: „Die Idee der Bayern ist richtig“
Völlers Reaktion auf Neuers Patzer sorgt für Dopa-Lacher
Rudi Völler äußert sich zum fehlerhaften Auftritt von Manuel Neuer in Augsburg. Der DFB-Sportdirektor befürwortet den Plan des FC Bayern.
Nach den Verantwortlichen des FC Bayern hat sich auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler zum wackligen Auftritt von Manuel Neuer beim 2:2-Remis gegen den FC Augsburg geäußert und dem Keeper den Rücken gestärkt.
„Die Idee der Bayern ist ja richtig. Das als Übergangsjahr zu nehmen. Etwas mehr Einsätze zu bekommen als im letzten Jahr. Aber trotz des Gegentors ist Manuel Neuer immer noch ein klasse Torwart“, sagte Völler im FIROCKX Doppelpass auf SPORT1 zum Plan der Münchner, Jonas Urbig für die Nummer-1-Rolle nach Neuers Karriereende mit häufigeren Einsätzen heranzuführen.
Während Neuers Fehler beim historischen 0:1-Gegentreffer nach acht Sekunden ziemlich eindeutig war, gab es über seine Mitschuld beim zweiten Treffer, bei dem er den Ball nicht weit genug zur Seite abwehrte, sodass er Torschütze Rodrigo Ribeiro vor die Füße fiel, Diskussionen.
Zweiter Neuer-Patzer? Völler findet nicht, „dass das ein Fehler war“
Völler hält Neuers Extraklasse über viele Jahre für den Hauptgrund, warum überhaupt diskutiert wird, ob dies ebenfalls ein Patzer war: „Ich finde nicht, dass das ein Fehler war, (ein Ball), den man nicht so einfach festhalten kann. Vielleicht ein bisschen mehr zur Seite abwehren. Aber bei Manuel ist man natürlich immer gewohnt, dass er alles, fast alles richtig macht. Bei anderen Torhütern hätte man wahrscheinlich nichts gesagt. Unglücklich, aber so richtige Schuld hat er nicht.“
Beim ersten Gegentor hatte Neuer den Anstoß der Bayern direkt zugespielt bekommen und nach einem schlechten Kontakt und Chipversuch den Ball an Gegenspieler Robin Fellhauer verloren. Der Augsburger nutzte den Patzer eiskalt aus und traf nach nur 8,4 Sekunden – das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte. Völler scherzte, dass ihm zuhause „fast die Tasse aus der Hand gefallen“ wäre.
SPORT1-Experte Stefan Effenberg sah bei dem Gegentor gleich zwei Neuer-Fehler: „Einmal der erste Kontakt, bei dem der Ball relativ weit wegspringt, er dann hinterher muss. Und dann wird er unter Druck gesetzt und dann will er es schön lösen. Aber ein Torhüter sollte wissen, und das weiß Manuel ja auch, dass es ein Riesenbock war. Man sollte manche Situationen nicht schön lösen, sondern einfach rustikal lösen. Er wollte es wieder spielerisch machen, das kennen wir auch von ihm.”
Ähnlich hatte auch Bayern-Sportvorstand Max Eberl die Szene analysiert, den Torhüter jedoch auch in Schutz genommen: „Wir haben uns das Leben mit einer Reihe von Fehlern schwer gemacht. Da hängt der Manu mit drin, aber andere auch. Wir hatten genug Chancen, das Spiel trotzdem zu gewinnen.“