Alexander Nübel Auslöser von heftiger Tirade
Kokcü zaubert, Nübel glänzt: Istanbul in Ekstase
Aufregung um Alexander Nübel: Der deutsche Torwart ist in der Süper Lig in eine strittige Szene verwickelt. Hätte der DFB-Keeper etwa vom Platz fliegen müssen?
Alexander Nübel, Torwart von Besiktas Istanbul, war am Sonntagabend beim 2:1-Heimerfolg gegen Kocaelispor in eine strittige Szene verwickelt. Nach dem Spiel ließ Gästetrainer Selcuk Inan eine Schimpftirade los.
Was war passiert? Metehan Altunbas rauschte in der 48. Minute im Kampf um den Ball mit den Füßen nach vorne gerichtet auf Nübel in dessen Fünfmeterraum zu. Der deutsche Torwart konnte den Versuch blocken, packte dann allerdings seinen nun am Boden liegenden Gegenspieler mit beiden Händen am rechten Fuß. So verhinderte Nübel wohl auch, dass Altunbas beim Nachschuss den Ball im Tor unterbrachte.
Nübel hält Gegenspieler fest – kein Elfmeter
Die Spieler von Kocaelispor forderten vehement Elfmeter, doch Schiedsrichter Abdullah Bugra Taskinsoy ahndete die Szene nicht. Der Verein reagierte in den sozialen Medien mit einem Video von besagter Szene und schrieb dazu lediglich: „Kein Kommentar.“
Serhat Öztasdelen, Torwart von Kocaelispor, sagte nach dem Spiel: „Ich bin stolz auf meine Mannschaftskameraden. Wir haben hervorragenden Fußball gespielt. Wir hätten den Sieg verdient. Es gab da eine Szene … Hoffentlich haben sie das gesehen. Ich möchte nicht zu viel dazu sagen, sonst bekomme ich noch eine Strafe. Es gab eine Szene, in der der gegnerische Torwart Metehan am Bein festhielt. Eine unglaublich komische Situation. Mehr werde ich dazu nicht sagen.“
Noch deutlicher wurde Coach Inan, der sich regelrecht in Rage redete: „Uns wurden unsere Rechte vorenthalten, sie wurden uns gestohlen!“, meinte der 41-Jährige: „Ehrlich gesagt habe ich mich auf dem Weg hierher noch nicht beruhigt. Ich möchte nicht über die technischen Aspekte des Spiels sprechen. Als jemand, der selbst aus diesem Sport kommt, danke ich meinen Spielern für diesen Kampf und ihre Leistung.“
„Die Schiedsrichter hatten heute keine gute Absicht“
Er habe bereits mit seinen Spielern gesprochen. „Meine Spieler haben auf dem Platz ihr Bestes gegeben, aber ich als Trainer konnte ihre Rechte von außen nicht verteidigen. Ich habe mich bei ihnen entschuldigt. Es ist nicht einfach, gegen Menschen, die keine guten Absichten haben, für seine Rechte zu kämpfen. Von uns wird ständig erwartet, dass wir respektvoll sind, ruhig bleiben und schweigen. Ich versuche, all das zu tun, ohne jemanden zu beleidigen“, polterte Inan.
In der Folge übte er Generalkritik am Schiedsrichtergespann. „Wenn man etwas spürt, wenn man sieht, dass einem Unrecht getan wird, dass einem etwas gestohlen wird – wer von uns würde da nicht aufbegehren! Ich sage das ganz offen. Die Schiedsrichter hatten heute keine gute Absicht“, wütete der Coach.
„Das hat nichts mit Besiktas zu tun. Für mich war es ein Tag voller Enttäuschung und Sorge. Wie dem auch sei, ich gratuliere unseren Spielern zu dem Kampf, den sie auf dem Platz gezeigt haben. Ich gratuliere Besiktas. Ich danke unseren Fans. Ich gratuliere den Besiktas-Fans für die großartige Atmosphäre, die sie geschaffen haben“, stellte der 41-Jährige klar.
Expertin: Nübel hätte Rote Karte sehen müssen
Nübel durfte sich wohl glücklich schätzen: Schiedsrichterin Secim Demirel sagte in ihrer Expertenrolle bei beIN: „Das hätte ein Elfmeter und eine Rote Karte sein müssen. Auch ein Eingreifen des VAR wäre erforderlich gewesen. Von der Position des Schiedsrichters aus war es sehr schwierig, diese Situation zu erkennen.“
Der VAR meldete sich jedoch nicht – und so kam Nübel ungeschoren davon. Besiktas gewann die Partie schlussendlich mit 2:1. Orkun Kökcü (18.) und Dusan Vlahovic (31., Elfmeter) waren für den Gastgeber erfolgreich. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Show (27.).
Besiktas liegt in der Tabelle nach sieben Spieltagen mit 15 Punkten auf Platz zwei. Kocaelispor belegt mit zwölf Zählern Rang sieben.