Kompany macht deutlich: Beim FC Bayern ist die Schonzeit vorbei
"Ganz ehrlich ...": Kompany holt zu Olise aus
Vincent Kompany verändert seinen Führungsstil. Nach den enttäuschenden Unentschieden in Augsburg und Stavanger geht der Bayern-Trainer mit seinen Spielern plötzlich auch öffentlich hart ins Gericht.
Die Zeiten der nahezu bedingungslosen Rückendeckung scheinen vorbei zu sein. Bayern-Trainer Vincent Kompany beendet die Schonzeit für seine Stars – und schreckt dabei auch vor großen Namen nicht zurück. Das bekam zuletzt auch Michael Olise nach seinem Platzverweis in Stavanger zu spüren.
Ein bemerkenswerter Kurswechsel, schließlich war Kompany bislang vor allem dafür bekannt, seine Mannschaft nach außen zu schützen und Kritik lieber intern anzubringen. Doch der Belgier hat inzwischen eine andere Stellung beim Rekordmeister als noch zu Beginn seiner Amtszeit.
In seiner ersten Saison musste er das Vertrauen seiner Spieler gewinnen und eine neue Spielidee etablieren. In seinem zweiten Jahr konnte er sich darauf verlassen, dass seine Mannschaft selbst schwierige Partien immer wieder drehte. Jetzt aber hat Kompany genug sportliche Argumente gesammelt, um auch öffentlich Forderungen zu stellen.
FC Bayern: Jetzt wird Kompany auch öffentlich deutlich
„Mir gefällt dieser harte Vincent Kompany ganz gut – das darf auch mal öffentlich sein“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der neuen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“. Denn der Trainer hat mit seiner Mannschaft spielerisch viel erreicht. Gerade deshalb darf er erwarten, dass seine Profis den eigenen Ansprüchen konsequent gerecht werden.
Und diese Ansprüche dürfen nicht von Stadion, Gegner oder Untergrund abhängen. Wer immer der FC Bayern sein will, muss auch auf einem Kunstrasen in Norwegen wie der FC Bayern auftreten. Das verlorene Kopfballduell vor dem 0:1 in Stavanger hatte schließlich nichts mit dem ungewohnten Untergrund zu tun. Solche Nachlässigkeiten lassen sich nicht mit äußeren Umständen entschuldigen, so Kumberger.
Dass auch Sportvorstand Max Eberl deutliche Kritik äußert, ist ebenfalls bezeichnend. Schon nach dem Unentschieden auf Schalke hatte es in der Führungsetage Unzufriedenheit gegeben. Damals hielten die Verantwortlichen ihren Ärger nach außen allerdings noch weitgehend zurück.
Bayerns Qualität allein reicht nicht
Jetzt scheint die Botschaft klar: Die Bayern-Bosse wollen nicht länger nur auf die unbestrittene Klasse ihrer Mannschaft vertrauen. Sie verlangen, dass diese Klasse auch regelmäßig auf dem Platz sichtbar wird.
Kumberger bringt den Unterschied im Podcast auf eine knappe Formel: „Qualität hat man immer, Niveau muss man sich immer wieder erarbeiten.“
Kompanys neue Härte könnte deshalb genau das richtige Signal sein. Bleibt die Frage, ob der Trainer mit seiner öffentlichen Kritik tatsächlich die erhoffte Reaktion auslöst – oder damit ein Erfolgsrezept verändert, das ihn bei seinen Spielern bislang so beliebt gemacht hat.
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
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