Leipzig-Star verrät: Dieser Kompany-Anruf bleibt unvergessen
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Vor dem Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern verrät Leipzig-Profi Maxime Estève im exklusiven SPORT1-Interview spannende Details aus seiner gemeinsamen Zeit mit Vincent Kompany.
Maxime Estève braucht in seinen ersten Monaten bei RB Leipzig viel Geduld. Der Innenverteidiger, der im Sommer für 25 Millionen Euro vom FC Burnley kam, sammelte erst 196 Minuten Einsatzzeit.
Der Franzose könnte den Sachsen aber vor dem Topspiel beim FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr im LIVETICKER) sehr helfen. Denn: Er spielte bereits unter Bayern-Trainer Vincent Kompany in England.
Aus dieser Zeit ist bei Estève vor allem ein besonderes Telefonat mit dem Belgier in Erinnerung geblieben. Bei SPORT1 spricht Estève auch über seine besondere Trikotsammlung und verrät seine Favoriten für den Ballon d’Or.
Neuzugang Estève begründet Leipzig-Wechsel
SPORT1: RB Leipzig hat im Sommer 25 Millionen für Sie bezahlt. Sie waren der teuerste Transfer des Leipziger Sommers. Sind Sie stolz, dass ein Klub so viel Geld für Sie bezahlt hat?
Maxime Estève: Stolz ist das falsche Wort. Meine Pflicht ist es so oder so, immer alles zu geben. Man muss bedenken: Ich bin mit 24 Jahren noch relativ jung, habe viele Spiele in der Premier League und Ligue 1 gespielt. Ich freue mich einfach, dass über die Jahre meine Performance gestimmt hat und ein Klub wie RB Leipzig mich deshalb verpflichtet hat.
SPORT1: Sie haben einen Fünfjahresvertrag bis 2031 bei RB Leipzig unterschrieben. Könnte das Kapitel hier in Leipzig ein besonders langes und intensives werden?
Estève: Ich bin jemand, der immer so lange wie möglich bei einem Klub bleiben will. Ich war drei Jahre in Montpellier, außerdem drei Jahre in Burnley. Ich habe bewusst für fünf Jahre hier unterschrieben. Klar ist, dass ich immer alles für das Logo auf der Brust geben werde.
SPORT1: In Leipzig ist man seit Jahren extrem ambitioniert. Im Verein träumt man davon, eines Tages die Meisterschaft nach Leipzig zu holen. Wäre das etwas für Ihre Zeit hier?
Estève: RB Leipzig hat hohe Ambitionen, ist ein ehrgeiziger Klub. Ich bin mir sicher, dass der Klub auch in Zukunft Titel sammeln wird. Kurzfristig wollen wir vor allem regelmäßig in der Champions League spielen und uns mit den Besten der Welt messen.
Kompany? „Ich bin überhaupt nicht überrascht“
SPORT1: Apropos „Besten der Welt“, am Samstagabend treffen Sie auf den FC Bayern München und Vincent Kompany. Sie haben zusammen bei Burnley gearbeitet. Was macht ihn zu einem so erfolgreichen Coach?
Estève: Schon in Burnley war mir schnell klar, dass er bei Bayern erfolgreich sein wird. Vielleicht hatte er damals bei uns in Burnley nicht auf jeder Position genau die Profile, um seine Spielidee in Perfektion umzusetzen, wie er es nun bei Bayern schafft. Dort funktioniert es aktuell wirklich gut. Hinzu kommt, dass er immer noch ein sehr junger Coach ist, der einen sehr modernen Spielstil pflegt. Ich bin überhaupt nicht überrascht, wie erfolgreich seine Zeit ist.
SPORT1: Wie schafft Kompany in der Kabine den Spagat zwischen Autorität und diesem sympathischen Auftreten?
Estève: Er schafft es, den richtigen Ton zu treffen. Er hat eine sehr gute Verbindung zu den Spielern, aber gleichzeitig auch keine zu enge, sodass es zu Problemen kommen könnte. Er hat eine gute Balance gefunden.
An diesen besonderen Kompany-Anruf erinnert sich Estève
SPORT1: Es gibt Gerüchte, dass Kompany Sie im Jahr 2024 nach seinem Wechsel von Burnley nach Bayern mitnehmen wollte. Stimmt das?
Estève: Das weiß ich tatsächlich nicht. Aber ich habe eine spezielle Erinnerung an die Zeit und Kompanys Bayern-Gerüchte: Es gab zum Ende seiner Zeit in Burnley immer wieder Meldungen, dass er den Verein verlassen könnte. Nach unserem letzten Spiel gegen Nottingham, als wir abgestiegen sind, habe ich „Vince“ gefragt, ob er trotz des Abstiegs bleibt, was er im ersten Moment mit einem „Ja“ beantwortet hat. Als dann im Sommer die Gespräche mit dem FC Bayern ernst wurden, hat er mich extra angerufen und darüber informiert. Aus Respekt, weil wir das Gespräch nach Nottingham hatten. Das hätte er nicht tun müssen. Das zeigt aber umso mehr, was für einen Charakter er hat. Mein Respekt vor ihm ist riesengroß.
SPORT1: Nach dem Topspiel gegen die Bayern wartet niemand Geringeres als Real Madrid. Für Sie wird es das erste Duell gegen die Königlichen. Erfüllen Sie sich mit so einem Spiel einen Kindheitstraum?
Estève: Wir müssen nicht drumherum reden: Real Madrid ist einer der erfolgreichsten Klubs aller Zeiten, trotzdem wollen wir uns ehrgeizig präsentieren. Es wird ein besonderes Spiel für mich und extrem wertvoll, diese Erfahrung zu machen. Wenn ich mich an den achtjährigen Maxime Estève zurückerinnere, wäre es ein Traum, im Bernabéu aufzulaufen. An solche Spiele wirst du dich nach der Karriere erinnern. Ich bin sowieso ein riesiger Fußballfan! Ich schaue mir in meiner Freizeit sehr viele Spiele an, darunter auch sehr gerne mal Partien von Real, aber auch der Ligue 2 in Frankreich. Meine Frau ist schon manchmal ein bisschen genervt, dass so viel Fußball zu Hause läuft, aber das ist okay. (lacht)
Ballon d’Or für Kane? „Mein Respekt ist extrem“
SPORT1: Wir haben nun über Real Madrid und den FC Bayern gesprochen. Beide Klubs haben den Anspruch, den Ballon-d’Or-Sieger zu stellen. Was glauben Sie: Wer wird’s?
Estève: Dieses Jahr wird’s wirklich schwer, weil es nicht diesen einen Spieler gibt, der alles gewonnen hat. Ich wünsche mir natürlich, dass es ein Franzose wird. Mbappé, Dembélé oder auch Olise würde ich es wünschen!
SPORT1: Es gibt auch viele, die Harry Kane den Erfolg wünschen würden …
Estève: Natürlich hätte er es auch extrem verdient. Mein Respekt vor seiner Leistung ist extrem. Seit Jahren spielt er auf einem unglaublichen Niveau. Obwohl er letzte Saison 60 Tore gemacht hat, ist er kein klassischer Neuner. Manchmal taucht er auf der Zehn auf, manchmal sogar als Innenverteidiger. (lacht) Er hätte es auch mehr als verdient!
SPORT1: Uns ist zu Ohren gekommen, dass Sie eine große Leidenschaft dafür haben, Fußballtrikots zu sammeln. Wie kam es dazu?
Estève: Das ist mit einem guten Freund aus Frankreich entstanden. Wir haben beide eine große Begeisterung für Vintage-Trikots. Am Ende meiner Karriere möchte ich Erinnerungen haben. Wir dürfen uns so glücklich schätzen, diesen Beruf auszuüben. Von einer Million Menschen schafft es nur eine ganz kleine Zahl. Wenn ich vielleicht eines Tages Kinder habe, möchte ich ihnen zeigen, was ich alles erlebt habe.
Leipzig-Star hat eine besondere Sammlung
SPORT1: Was ist Ihr größter Schatz in Ihrer Sammlung?
Estève: Tatsächlich ist jedes sehr besonders für mich. Ich habe einige Trikots von Freunden, mit denen ich zusammengespielt habe. Ganz besonders ist für mich eines meiner ersten Trikots. In meiner Kindheit war ich unter anderem ein großer Liverpool- und Fernando-Torres-Fan. Mein Vater hat es mir damals gekauft. Darauf bin ich sehr stolz.
SPORT1: Mit Blick auf das nächste Champions-League-Spiel gegen Real Madrid: Welches Trikot wollen Sie dort tauschen?
Estève: Ehrlich gesagt habe ich für dieses Spiel keinen Trikotwunsch. Ich reise nicht als Fan nach Madrid. Im Vordergrund steht ein erfolgreiches Spiel, das wir als RB Leipzig absolvieren wollen. Im Allgemeinen frage ich gegnerische Spieler nie nach ihrem Trikot. Höchstens, wenn ich jemanden vom Gegner besser kenne. Aber gerade, wenn man ein Spiel verloren hat, ist der falsche Zeitpunkt, über einen Trikottausch nachzudenken.