Ex-BVB-Profi hat „Glück, überhaupt noch am Leben zu sein“

Ex-BVB-Profi hat „Glück, überhaupt noch am Leben zu sein“

Weltmeister Mikel Merino erlebte den Anschlag auf den BVB-Bus 2017 als junger Spieler mit. Der Spanier erinnert sich an den Vorfall zurück - und offenbart, welche Banalität ihn an diesem Abend vor schlimmeren Folgen bewahrte.

Es war ein Vorfall, der die Fußballwelt schockte: Am 11. April 2017 wurde der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen die AS Monaco Opfer eines Sprengstoffanschlags. Als junger BVB-Spieler hat der damals 20 Jahre alte Mikel Merino die Tat schreckliche Tat in Dortmund hautnah miterlebt.

In einem Beitrag bei The Players‘ Tribune erinnerte sich der Weltmeister zurück – und schrieb von einem „Schutzengel“ an diesem Abend: „Es gab einen ohrenbetäubenden Knall, und dann erinnere ich mich, dass der Bus beinahe umgekippt wäre“, blickte der Spanier auf den Abend zurück: „Ich schaute hinter mich und sah Blut auf dem Boden. Rauch, Schreie.“

Mikel Merino erlebte den Anschlag auf den BVB-Bus mit
Mikel Merino erlebte den Anschlag auf den BVB-Bus mitMikel Merino erlebte den Anschlag auf den BVB-Bus mit© IMAGO/Thomas Bielefeld

Bartra bei Anschlag verletzt

Besonders die Verletzung seines Teamkollegen Marc Bartra sei dem 30-Jährigen von diesem Abend im Gedächtnis geblieben. Durch die Explosion hatte der Spanier einen Speichenbruch und sogenannte Fremdkörpereinsprengungen erlitten. „Ich erinnere mich, dass ich noch in derselben Nacht im Krankenhaus war und auf Marc Bartra wartete“, ließ Merino den Abend Revue passieren.

„Am nächsten Tag erzählte mir jemand, dass ein riesiges Stück Granatsplitter in der Kopfstütze des Sitzes neben Marc steckte. Mein üblicher Platz.“ Dass Merino an diesem Abend unverletzt blieb, gleicht einem glücklichen Zufall.

Merino hat „Glück, überhaupt noch am Leben zu sein“

Er habe an diesem Abend nicht wie sonst neben seinem Landsmann gesessen – und das aus einem ganz banalen Grund: „Meine Beine fühlten sich etwas verspannt an, und die Sitze vorne ließen sich zurückklappen. Also setzte ich mich stattdessen dorthin.“

„Vielleicht hat es mir das Leben gerettet“, schrieb Merino, der mittlerweile für den FC Arsenal spielt: „Ich glaube, ich habe einen Schutzengel auf meiner Schulter. Ich habe tatsächlich das Glück, überhaupt noch am Leben zu sein.“

DEINE MEINUNG

Nachträglich ist sich der Weltmeister von 2026 sicher: „Viele junge Menschen würden wahrscheinlich nicht einmal glauben, dass es passiert ist oder wie schlimm es war, aber es hat uns alle geprägt.“ Seither begleitet ihn nun der „Glaube, dass Dinge aus einem bestimmten Grund passieren.“

Der Anschlag vor neuneinhalb Jahren hatte für Aufsehen und Schlagzeilen gesorgt: Drei selbstgebaute Sprengstoffsätze, die aus einer Hecke heraus explodierten, hatten den Bus der Dortmunder erwischt. Die Partie gegen die AS Monaco wurde folglich um einen Tag verschoben.

Nach dem Fund eines Bekennerschreibens wurde der Täter Sergej W. wenige Tage später verhaftet – er habe durch den Anschlag einen Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen wollen. Er wurde wegen 28-fachen versuchten Mordes und weiterer Delikte zu 14 Jahren Haft verurteilt.

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