Historischer Fehlstart: Gladbach verliert auch den Krisengipfel

von SID
Krisengipfel in Gladbach: "Keine Schönwetterspielerei"
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Krisengipfel in Gladbach: "Keine Schönwetterspielerei"

Bei der Heimpremiere von Trainer Alexander Blessin kassiert Borussia Mönchengladbach den nächsten bitteren Rückschlag.

Alarmstufe Rot am Niederrhein: Borussia Mönchengladbach hat auch den Krisengipfel gegen die TSG Hoffenheim verloren und einen historischen Bundesliga-Fehlstart hingelegt. Bei der Heimpremiere von Trainer Alexander Blessin unterlag das Schlusslicht mit 1:2 (0:1). Sechs Niederlagen zu Saisonbeginn hatten zuvor nur der VfL Bochum (2022/23), der FSV Mainz 05 (2020/21) und Fortuna Düsseldorf (1991/92) kassiert.

Neu-Nationalspieler Bambasé Conté (11.) und Alexander Prass (54.) trafen für die Gäste, die ihrerseits den Negativtrend stoppten. Für Hoffenheim war es der erste Sieg nach vier Pflichtspielpleiten in Serie, in der Tabelle kletterte die TSG vom 17. auf den 14. Rang. Die punktlosen Gladbacher, für die der Teenager Wael Mohya das zwischenzeitliche 1:1 erzielte (49.), trennen nun schon fünf Punkte vom neuen Vorletzten Union Berlin.

Borussia Mönchengladbach enttäuschte erneut
Borussia Mönchengladbach enttäuschte erneut Borussia Mönchengladbach enttäuschte erneu© IMAGO/STEINSIEK.CH

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff versammelte Blessin die Spieler auf dem Platz und hielt eine hoch emotionale Ansprache.

„Zweimal können wir das viel besser verteidigen. Und da geht es wirklich um das bloße Verteidigen, um die Basics. Wir laufen nach, wir blocken nicht, wir sind nicht am Mann, wir lassen aufdrehen. Die einfachen Dinge, sollte man normalerweise denken. Wie wir beim zweiten Tor verteidigen, wir gehen in den Kopfball und sind dahinter aber ein bisschen planlos, was das Verteidigen anbelangt. Das ist schwierig, wenn du jedes Mal solche Nackenschläge bekommst“, sagte Blessin im Anschluss bei DAZN.

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Blessin moniert „Angsthasenfußball“

„Was mir überhaupt nicht gefallen hat: Die letzten zehn Minuten in der ersten Halbzeit, wenn wir jeden Pass nach hinten spielen. So kriegt man nicht die Fans“, sagte Blessin weiter und wurde deutlich: „Das ist Angsthasenfußball, das kann nicht sein, das habe ich auch den Jungs gesagt. Wir müssen über Zweikämpfe reden. Wir müssen über Ballverluste reden, die einfach dumm sind. Und dann über das Mutlose.“

Gladbach-Keeper Moritz Nicolas machte aus der Gefühlswelt der angeschlagenen Borussen keinen Hehl: „Jeder, der es mit der Borussia hält, ist total frustriert. Seien es wir Spieler oder jeder Fan. In so einer Situation ist jedes Wort zu viel. Wir müssen zwingend zusehen, dass wir Punkte holen – und das schleunigst.“

Trotz der bitteren Derbyniederlage beim 1. FC Köln und der langen Verletztenliste, zu der auch weiterhin Kapitän Tim Kleindienst mit einem Muskelfaserriss gehört, gab sich Blessin vor seinem ersten Auftritt im Borussia-Park optimistisch. Er sehe „viele gute, positive Dinge, weil ich auch die Jungs jeden Tag im Training sehe. Und das gibt mir Mut und Hoffnung für die nächsten Spiele“, hatte der Nachfolger von Eugen Polanski betont. Aber: „Wir wissen alle, dass irgendwann die Punkte kommen müssen.“

Bundesliga: Hoffenheim gelingt Befreiungsschlag

Die Gladbacher Fans mussten nach nur wenigen Sekunden erstmals den Atem anhalten, als Kevin Diks nach einem Zweikampf am Boden liegen blieb. Nach kurzer Behandlung der Wunde an der Augenbraue kehrte der Ersatz-Kapitän aber zurück – und ließ dann wenig später den Kopf hängen: Nachdem Lukas Ullrichs Chance zum frühen 1:0 in letzter Sekunde geblockt worden war (9.), nutzte auf der Gegenseite Conté die erste Möglichkeit der Gäste zur Führung.

Die Heimfans unterstützten ihre Mannschaft weiter, und die Borussia war auch bemüht. Immer wieder fehlte aber die Genauigkeit im Passspiel. Gefährlicher blieb die TSG, Mats Rots scheiterte aus guter Position an Moritz Nicolas (23.). Und so hörte auch Blessin an der Seitenlinie, wie die Unmut im Stadion von Minute zu Minute lauter wurde.

Kurz vor der Pause kippte die Stimmung. Die Borussia wackelte nun bedenklich, lud Hoffenheim mit leichtsinnigen Fehlern zu Chancen ein. Glück hatten die Gastgeber, als ein Freistoß von Fisnik Asllani an die Latte klatschte (42.). „Wir wollen euch kämpfen sehen!“, skandierten die Gladbacher Fans, die ihr Team mit einem Pfeifkonzert in die Pause verabschiedeten.

Im strömenden Regen war die Borussia aber plötzlich voll da. Nach Mohyas Schlenzer standen die Gladbacher Anhänger wieder voll hinter ihrer Mannschaft, Prass spielte aber fünf Minuten später den Stimmungskiller. Hoffenheim drängte auf die Entscheidung, Nicolas rettete gleich zweimal gegen Adam Hlozek (59., 63.).

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