„Legende“ Kerber zwischen Preis-Freude und Nachwuchssorgen

von SID
„Legende“ Kerber zwischen Preis-Freude und Nachwuchssorgen

Die einstige Topspielerin wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Bei der Verkündung spricht sie auch über die aktuelle Lage im Frauentennis.

Angelique Kerber freut sich über ihre Auszeichnung als „Legende des Sports“, die aktuelle Situation im deutschen Frauentennis bereitet der einstigen Nummer eins der Welt aber Sorgen: „Die Entwicklung des Damentennis lässt auf sich warten und wir brauchen wohl noch ein bisschen Geduld, um die ein oder andere wieder als Grand-Slam-Siegerin zu begrüßen“, sagte Kerber im Rahmen der Verkündung als Gewinnerin des Pegasos-Preises, den die Kielerin Anfang November beim Sportpresseball erhalten wird.

Trotzdem, führte Kerber aus, versuche sie mit ihrer Erfahrung „der Jugend etwas mitzugeben. Wir haben inzwischen auch viele Turniere in Deutschland – und ich hoffe, dass das die Motivation der jungen Spielerinnen hochtreibt.“ In der aktuellen WTA-Weltrangliste finden sich mit Tamara Korpatsch (56./Hamburg) und Tatjana Maria (69./Bad Saulgau) lediglich zwei deutsche Spielerinnen in den Top 100 wieder. „Ohne Disziplin, harte Arbeit kommt man nicht nach ganz oben“, erklärte Kerber: „Willen und mentale Stärke sind das A und O. Man muss hart trainieren, um den Erfolg zu haben.“

Kerber selbst hatte in den 2010er-Jahren drei Grand-Slam-Titel gewonnen, zudem holte sie 2016 Olympia-Silber. Dass sie für ihr Lebenswerk nun als „Legende des Sports“ ausgezeichnet wird, bedeute ihr viel, sagte die 38-Jährige in Frankfurt am Main. „Ich habe für mich immer gesagt, wenn ich mal aufhöre, möchte ich als Sportlerin gesehen werden, die immer alles gegeben und ihr Herz auf dem Platz gelassen hat und trotzdem die Gleiche geblieben ist.“

DEINE MEINUNG

Kerber betonte auch die Bedeutung eines guten Umgangs mit Schwächephasen. „Dass man mal in ein Loch fällt, ist normal, man kann nicht die komplette Karriere auf hohem Niveau spielen. Es gibt immer Aufs und Abs – so wie im Leben“, sagte sie. Auch dank dieses Wissens habe sie es geschafft, „alle meine Träume“ zu erreichen.