Nach Biathlon-Rücktritt: Diese Anfragen überraschten Wierer
Dorothea Wierer feiert beim Loop One Festival in München am vergangenen Wochenende ihr Debüt als TV-Expertin. Im exklusiven SPORT1-Interview spricht die Biathlon-Legende über überraschende Anfragen nach ihrem Rücktritt. Zudem blickt sie auf ihre neue Rolle.
Dorothea Wierer hat ihre aktive Karriere beendet – ihre Expertise ist im Biathlon-Zirkus aber weiterhin gefragt. Die langjährige Weltklasse-Athletin verriet im exklusiven SPORT1-Interview am Rande des Loop One Festivals in München, dass sich nach ihrem Rücktritt sogar extra Trainer bei ihr gemeldet hätten.
„Ja, tatsächlich haben mich einige Trainer nach Tipps gefragt. Das hat mich selbst überrascht, aber ist ja auch schön“, sagte Wierer, die in ihrer aktiven Zeit als eine der besten Schützinnen im Feld galt. Die Umsetzung im Detail zu vermitteln, sei jedoch gar nicht so einfach: „Für mich ist das ja auch so ein Automatismus. Ich habe mein Leben lang geschossen, seit ich zehn Jahre alt war.“
Die 36-Jährige weiß aber auch aus eigener Erfahrung, wie knifflig es sein kann, aus einer Negativspirale herauszufinden. „Da ist es mental schon wirklich schwierig und frustrierend manchmal“, erklärte Wierer. Umso wichtiger sei es, positiv zu bleiben. „Man weiß eben nie, wie lang diese Spirale anhält.“
Bezüglich ihrer berühmten enormen Schießgeschwindigkeit merkte die Italienerin an, dass diese zwar teils angeboren sei, im modernen Biathlon durch gezieltes Training aber von immer mehr Athleten erreicht werde.
Biathlon: Wierer tritt im TV in die Fußstapfen von Lesser
Ihre Expertise wird sie ab dieser Saison nun in ihrer neuen Rolle als TV-Expertin der ARD einbringen. Dort tritt Wierer die Nachfolge des Ex-Biathleten Erik Lesser an, der als Trainer im Nachwuchsbereich des DSV tätig ist. Für Wierer eine große Aufgabe: „Ich trete in die Fußstapfen von Erik Lesser. Das ist nicht einfach, weil er ja Profi, ein Superexperte, super Mensch und netter Kerl ist.“
Damit es ihr dennoch gelingt, erhält sie reichlich Tipps, auch von Expertenkollege Arnd Peiffer. „Natürlich hat er mir ganz viele Tipps gegeben und er hat mich auch beruhigt. Das erste Mal ist immer so schwierig und er macht das ja schon seit vielen Jahren“, sagte die 36-Jährige, die nach den Olympischen Spielen in Antholz im Frühjahr zurückgetreten war.
Dennoch blickt sie voller Vorfreude auf ihren neuen Job: „Ich sehe es als Chance, dazuzulernen und zu schauen, wie diese Welt hinter diesen Kulissen so funktioniert, wie viel Arbeit hier geleistet wird und wie viele Menschen da auch beteiligt sind. Das bekommt man als Athlet gar nicht mit.“
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Das Athletenleben fehle ihr nach dem Karriereende dagegen wenig. Obwohl sie beim Zuschauen noch ein wenig Druck und Aufregung spüre, wenn die Athletinnen und Athleten auf die Matte kommen, vermisse sie den Rennstress und den permanenten Fokus auf die eigene Leistungsfähigkeit keineswegs.