Biathlon: Oberhof baut Kultstrecke radikal um

Biathlon: Oberhof baut Kultstrecke radikal um

Umbruch in Oberhof! Vor dem anstehenden Biathlon-Weltcup wird die Strecke aufgrund eines neuen Startdatums angepasst - zwei besondere Streckenabschnitte - einen benannt nach einer deutschen Legende - sind betroffen.

Der Biathlon-Strecke in Oberhof stehen für den Weltcup sowohl zeitliche als auch streckenspezifische Anpassungen bevor. Gerade an zwei nostalgischen Streckenabschnitten wird die Kultstrecke abgeändert – Grund dafür sind die Wetterbedingungen.

Eigentlich hat der Weltcup-Rennkalender einen Stopp in Oberhof im Januar jeder Saison vorgesehen – doch damit ist jetzt Schluss. In der Hoffnung auf bessere Wetterbedingungen findet der Weltcup in Oberhof nun zwei Monate später im März statt.

Die Biathlon-Strecke in Oberhof wurde den Wetterbedingungen angepasst
Die Biathlon-Strecke in Oberhof wurde den Wetterbedingungen angepasst Die Biathlon-Strecke in Oberhof wurde den Wetterbedingungen angepasst© IMAGO/Gerhard König

Folglich hat diese zeitliche Änderung auch Einfluss auf die Streckenführung: „Wir mussten unser Konzept durch den verspäteten Termin umstellen. Wir haben beobachtet, welche Streckenabschnitte über die gesamte Saison betrachtet sehr windanfällig sind, wo sich die Schneehöhe bis Ende oder Anfang März schneller abbaut“, erklärte Bernd Wernicke, Geschäftsführer der Oberhofer Sport und Event GmbH, gegenüber dem MDR.

Auf diese Weise hätten sie zwei Schwerpunkte ausmachen können. Diese betreffen gleich zwei nostalgische Strecken-Abschnitte, „einmal den oberen Teil des Birxstiegs und einmal die Henkel-Schleife in Verbindung mit der langen Zielgeraden“.

Der Birxstieg und die Henkel-Schleife sind betroffen

Im Biathlon erfuhr der Birxstieg bislang sowohl Liebe als auch Hass. Eine Vielzahl der Rennen in Oberhof entschied sich genau an diesem Streckenabschnitt. Doch aufgrund der Wetterbedingungen werde der „Birx“ nun gekürzt. „Er wird hochgelaufen bis zur Hälfte, dort erfolgt eine Wende und dann eine Abfahrt, den Birxstieg wieder runter“, erläuterte Wernicke die Veränderung. „Danach geht es links in die IBU-Schleife hoch. Das wird auf der Strecke in Oberhof jetzt der längere Anstieg sein.“

Des Weiteren wird die Henkel-Schleife in neue Zuschauerplätze umfunktioniert und infolgedessen ersatzlos gestrichen. Wernicke merkte diesbezüglich aber an: „Wer Andrea kennt, weiß, dass sie da im Interesse des Sports denkt. Sie wird uns wohlgesonnen bleiben“.

DEINE MEINUNG

Die Henkel-Schleife wurde einst nach der deutschen Biathlon-Legende Andrea Burke, geborene Henkel, benannt. Sie war eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. Neben dem Gesamtweltcup 2006/07 gewann sie achtmal Gold bei der Biathlon-WM und fuhr zwei Olympiasiege ein.

„Mehr Vorteile als Nachteile“

Dem Geschäftsführer zufolge gebe es mit den Veränderungen aber keinen Grund für Bedenken. Die Veränderung Richtung März habe seiner Ansicht nach „mehr Vorteile als Nachteile“. Vor allem die Energiekosten und eine schnellere Anpassung der Infrastruktur vor dem Rennen hob Wernicke in diesem Zuge hervor.

Eine weitere positive Auswirkung des neuen Startdatums sei nach Wernicke auch, „dass wir exklusiv nach der WM oder Olympia die aktuellen Weltmeister und Olympiasieger präsentieren dürfen“.