Ballon d’Or: Deutscher Journalist Wild begründet Platz drei für Kane
Kanes emotionale Reaktion auf den Coup!
Harry Kane gewann den Ballon d'Or mit nur 28 Stimmen Vorsprung. Der für Deutschland stimmberechtigte Journalist Karl-Heinz Wild wählte den Bayern-Star nur auf Platz drei. Nun begründet er seine Entscheidung.
Dass das Rennen um den Ballon d’Or so knapp ausfiel, ist auf viele Faktoren zurückzuführen. Einen kleinen Teil zum engen Ausgang zugunsten von Harry Kane trug auch der deutsche Journalist Karl-Heinz Wild dazu bei. Denn der frühere kicker-Chefreporter wählte den Torjäger des FC Bayern nur auf Platz drei.
Stattdessen setzte Wild Kylian Mbappé, der am Ende nur 28 Punkte hinter Kane landete, auf Platz eins seines Rankings. Dahinter platzierte er den spanischen Weltmeister Rodri auf Rang zwei. Aber warum entschied sich Wild für diese Rangfolge und gegen Kane auf Platz eins?
„Weil Rodri als Mannschaftsspieler am wertvollsten wirkte, und das beim bedeutendsten Wettbewerb, der WM. Und weil Mbappé in allen drei Konkurrenzen bester Torschütze war. Und der Ballon d’Or ist im Mannschaftssport Fußball nun mal eine Hitparade der Einzelkönner“, schrieb Wild in seiner Begründung im kicker.
„Kane macht da keine positive Ausnahme“
Dabei führte er zudem die Bewertungskriterien bei der von France Football durchgeführten Wahl auf. Neben der persönlichen Leistung in der Saison 2025/26 inklusive WM und die Performances mit Klub und Nationalteam fließe auch faires Verhalten im genannten Bewertungszeitrum mit ein.
Vollkommen zu Recht werde das faire und sportliche Benehmen als drittes Kriterium aufgeführt, schrieb Wild, „gerade wenn Betrügereien (ständiges Hinfallen) leider mit Cleverness verwechselt werden. Wenn es um diesen Missstand geht, sind die Namen – obwohl Vinícius Júnior als Negativbeispiel schlechthin gilt – nahezu austauschbar, ebenso beim häufigen Protestieren, selbst Kane macht da keine positive Ausnahme.“
Mbappés Spitzenposition erklärte Wild mit dessen Fähigkeiten und Leistungen: „Da Mbappé mit seiner Schnelligkeit und seinem Zug zum Tor immer höchst gefährlich ist und bei der WM, in der Champions League und in La Liga bester Torschütze 2025/26 war, erhielt er von mir die 15 Punkte für Platz 1.“
Rodri sei für ihn in der defensiven Zentrale der Kopf Spaniens. „Bei der WM war er omnipräsent, laufstark, er gab den Rhythmus bei den Spaniern vor. Rodri löst komplizierte Situationen mit seinen einfachen Pässen, die so schwierig sind und die nur wenige so beherrschen wie er. Chef Rodri hat Spanien zum WM-Titel geführt. Deshalb habe ich ihn auf den zweiten Rang gehievt.“
Warum Kanes Bayern-Kollege Olise auf Platz acht landete
Kanes Teamkollege Michael Olise setzte Wild in seiner Rangliste auf Platz acht. Auch dafür lieferte er eine Begründung: „Er war eine Attraktion in der Bundesliga, bei der WM setzte er einen Rekord mit sieben Assists, blieb aber – ein Malus – ohne Treffer.“
Insgesamt 100 Journalisten aus den 100 bestplatzierten Ländern der FIFA-Weltrangliste waren wahlberechtigt. Wild vertrat dabei Deutschland im Voting. Jeder Stimmberechtigte war aufgerufen, aus den 30 Nominierten eine Liste mit den seiner Meinung nach zehn besten Spielern zusammenzustellen. Der Erstplatzierte bekam 15 Punkte, der Zweite 12, der Dritte 10.