Hannovers Kind übt Kritik an Boldt: „Ein Irrtum“

von SID
Hannovers Kind übt Kritik an Boldt: „Ein Irrtum“

Nach der Trennung vom Sport-Geschäftsführer findet der Klubpatron von Hannover 96 deutliche Worte.

Aufsichtsratschef Martin Kind von Hannover 96 hat gegen den entlassenen Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt öffentlich nachgetreten.

„Wir haben ihn als Geschäftsführer Sport eingestellt, aber er hat sich gedanklich schon differenziert eingeordnet. Da begannen die ersten Missverständnisse“, sagte der 82-Jährige der Sport Bild. Boldt war beim kriselnden Fußball-Zweitligisten nur fünf Monate im Amt.

„Es war zum Schluss ein Irrtum“, sagte Kind. Am Freitag hatte der vierköpfige Aufsichtsrat um Kind „einstimmig“ für das Aus des 44-Jährigen votiert. Besonders in Transferfragen war Boldt offenbar in Ungnade gefallen. „Nach meiner Einschätzung, und das haben mir auch einige Fachleute bestätigt, ist unsere Mannschaft schwächer geworden“, bilanzierte Kind.

Zudem hatte Boldt nach Informationen der Bild mit einer privaten Reise inmitten der sportlichen Krise für Irritationen gesorgt. Vor dem Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig am 9. Spieltag soll er bei einem Sport-Event auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer gewesen sein.

Kind über Boldt: „Ein Geschäftsführer hat Vorbild zu sein“

„Ein Geschäftsführer hat Vorbild zu sein, er sollte am meisten arbeiten – und nicht am meisten Freizeit haben“, sagte Kind. Spätestens Ende des Monats soll nun ein Nachfolger präsentiert werden.

Sportlich gab es bei 96 am Wochenende indes einen Lichtblick. In seinem fünften Pflichtspiel mit Hannover feierte der neue Trainer Sandro Wagner im Kellerduell mit Dynamo Dresden (2:1) seinen ersten Sieg. Wagner war auf Christian Titz gefolgt, der mit Hannover einen Fehlstart hingelegt hatte.