Bei Russland-Rückkehr: Weiterer WM-Sponsor springt ab

von SID
Bei Russland-Rückkehr: Weiterer WM-Sponsor springt ab

Auch ein deutsches Unternehmen will seine Werbung nicht sehen, wenn die russische Mannschaft spielt.

Ein weiterer Sponsor der Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland will sich bei einer Teilnahme der russischen Nationalmannschaft zurückziehen. Der Arbeitskleidungshändler Strauss kündigte am Mittwoch an, „auf jegliche Logopräsenz im Umfeld des Turniers“ zu verzichten, wenn Russland an der WM in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim (13. bis 30. Mai 2027) teilnehmen sollte. Das Familienunternehmen Strauss aus Hessen, das seit 2021 Werbepartner des Weltverbands IIHF ist, teilte zudem mit: „Einen Rückzug als Sponsor prüfen wir.“

Auch der tschechische Hauptsponsor Skoda will in diesem Fall sein Engagement „neu bewerten“. Der Autohersteller, eine Tochter des VW-Konzerns, ist seit 1993 der größte WM-Geldgeber. Die Rückkehr Russlands sei „unvereinbar mit den Werten, für die wir uns beständig eingesetzt haben“, teilte Skoda der Nachrichtenagentur AFP mit. Zuvor hatten bereits der schwedische Büromöbelhersteller AJ, seit 1989 einer der größten Sponsoren bei Eishockey-Weltmeisterschaften und zuletzt mit seinem Schriftzug auf den Schiedsrichtertrikots präsent, und der tschechische Wettanbieter Tipsport erklärt, bei einer Teilnahme Russlands nicht mehr zu werben.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte am Freitag entschieden, dass Russland bereits in der laufenden Saison wieder an WM-Turnieren teilnehmen darf. Die IIHF berät aktuell in Zürich darüber, ob und wie sie dieses Urteil umsetzen wird. Mehrere Nationen unter Führung des Weltmeisters Finnland haben bereits angekündigt, nicht gegen die russische Mannschaft anzutreten. Der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz schloss eine Rückgabe der WM wegen zusätzlicher Kosten nicht aus.