Biathlon: Samuelsson nach TV-Debatte im Zentrum einer Kontroverse
Biathlet Sebastian Samuelsson gerät in einer TV-Debatte über Gleichberechtigung mit der EU-Abgeordneten Alice Teodorescu Maawe aneinander. Der Schwede erklärt später, dass er missverstanden wurde.
Sebastian Samuelsson hat in einer schwedischen TV-Debatte über Gleichberechtigung für Aufsehen gesorgt. Der Biathlet geriet in der Sendung „Skavlan & Sverige“ mit der christdemokratischen EU-Abgeordneten Alice Teodorescu Maawe aneinander. Auslöser war die Frage, wie Familienarbeit bei der Altersvorsorge berücksichtigt werden sollte.
Der 29-jährige Schwede hatte geschildert, wie sehr seine Familie durch seine Karriere gefordert ist. Seine Partnerin Linnéa Karlsson übernimmt zu Hause einen größeren Teil der Verantwortung für die gemeinsame Tochter Elsa.
Dadurch kann sie weniger arbeiten und geringere Rentenansprüche erwerben. Samuelsson erklärte, er sei an 100 bis 150 Tagen im Jahr unterwegs und habe deswegen ständig ein schlechtes Gewissen.
Politikerin widerspricht Biathlet Sebastian Samuelsson
Der Massenstart-Weltmeister von 2023 kritisierte, dass die Gesellschaft die Arbeit zu Hause nicht besser berücksichtige: „Jede Familie sieht anders aus, und es muss jeder Familie selbst überlassen bleiben, wie sie diese Dinge aufteilen möchte. Ohne meine Freundin zu Hause hätte ich meinen Job nicht ausüben können.“
Teodorescu Maawe hielt dagegen, die finanziellen Folgen der familiären Aufteilung müsse das Paar selbst tragen: „Was sollte die Gesellschaft tun? Die Gesellschaft, das sind wir Steuerzahler – was sollten wir tun, damit Sie sich dafür entscheiden, zu arbeiten?“
Es entwickelte sich ein Wortgefecht. Samuelsson forderte, dass man sich ansehen müsse, wie das Rentensystem funktioniert. Teodorescu Maawe ging auf seine Situation ein: „Und wer soll das bezahlen? Du musst bezahlen, weil deine Frau zu Hause bleibt.“ Zudem warf sie Samuelsson vor, Menschen als handlungsunfähig darzustellen.
Samuelsson wehrt sich: „Viele haben mich missverstanden“
Im Gespräch mit der Zeitung Aftonbladet stellte Samuelsson klar, dass er keine Rente für seine Partnerin ohne berufliche Gegenleistung fordere.
„Ich habe das Gefühl, dass mich viele Leute teilweise falsch verstanden haben. Dass ich mir wünsche, mein Partner könne die Arbeit ignorieren und trotzdem eine Rente bekommen. Das war nicht mein Punkt, aber ich durfte auch nicht auf meinen Punkt kommen“, sagte „Sebbe“.
Was er eigentlich sagen wollte, hätte etwas viel Größeres als seine eigene familiäre Situation betroffen: „Ich halte es eher für ein gesellschaftliches Problem, dass Frauen eine niedrigere Rente beziehen als Männer, und das liegt daran, dass sie sich in größerem Umfang um die Kinder kümmern.
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