Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - James brilliert beim 3:1-Sieg des FC Bayern gegen Schalke 04. Seine Teamkollegen und Sportdirektor Hasan Salihamidzic sparen nicht mit Lob für den Kolumbianer.

Es fehlte nicht viel beim Schlenzer von Robert Lewandowski in der 74. Minute. Sekunden zuvor hatte ihm James Rodriguez den Ball mustergültig und uneigennützig im Strafraum aufgelegt.

Der Pole aber verzog und so blieb es bei nur zwei James-Assists am Samstagabend. Das änderte aber nichts daran, dass ihn Teile des Publikums bei seiner Auswechslung fünf Minuten später sogar mit Standing Ovations verabschiedeten.

Vor allem dank einer starken Leistung von James beim 3:1-Sieg gegen Schalke verkürzten die Bayern den Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund auf fünf Punkte.

Anzeige
Meistgelesene Artikel

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es gibt aber immer Dinge, die man verbessern kann. Wir müssen uns die schlechten Dinge anschauen und sie schnell anpassen. Aber wir sind eine starke Truppe, die vieles richtig macht", sagte James nach seinem zweiten Startelfeinsatz in Folge.

James mit besonderen Momenten gegen Schalke

Er selbst machte sehr viel richtig gegen die Königsblauen, indem er für etliche besondere Momente im Spiel sorgte.

Das 1:0 leitete der Kolumbianer mit einem blitzschnellen und flachen Pass in die Gasse auf Lewandowski ein. Jeffrey Bruma bugsierte den Ball im Gewusel dann ins eigene Tor. Dem 2:1 durch Lewandowski ging ein Direktpass des 27-Jährigen voraus. Insgesamt hatte er neun Torschussbeteiligungen.

Mit dem SPORT1 Messenger keine News mehr verpassen – Hier anmelden | ANZEIGE

James konnte auch deshalb brillieren, weil ihn Niko Kovac auf seiner Parade-Position agieren ließ. Im offensiven Mittelfeld – allerdings neben Leon Goretzka, der den etwas defensiveren Part einnahm. Hinter den beiden Kreativen räumte Thiago ab.

Was dem Trainer vor allem gefallen haben dürfte: Der Südamerikaner (zum Missfallen von Kovac von Haus aus kein Freund der Defensivarbeit) agierte auch im Spiel ohne Ball weitgehend diszipliniert und nahm Sebastian Rudy in Manndeckung, wenn der S04 um Spielaufbau bemüht war. Thiago kümmerte sich dann um Nabil Bentaleb. Goretzka stellte Weston McKennie zu.

"James hat schon in den letzten Spielen wirklich sehr gut gespielt", lobte Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor weiter: "Er hat dem Spiel richtig seinen Stempel aufgedrückt und war einer der Besten."

James: "Ich steigere mich"

Für die Bayern geht es nun in die heißen Wochen der Saison. Der Champions-League-Kracher gegen den FC Liverpool am 19. Februar rückt immer näher. James lieferte mit seiner Leistung Argumente ab, ihn im Achtelfinale als möglichen Ersatz für Thomas Müller (Rotsperre) in der Startelf zu bringen.

Jetzt das neue Trikot des FC Bayern bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

"Ich komme Stück für Stück besser in einen Rhythmus. Ich war fast drei Monate raus. Ich fühle mich gut und steigere mich von Spiel zu Spiel. Ich weiß, was ich kann. Ich muss ruhig bleiben und meine Chancen nutzen", gab sich James zwar zurückhaltend.

Zum Spiel gegen den Tabellenführer der Premier League sagte er jedoch selbstbewusst: "Es muss viel passen. Aber wir sind eine starke Mannschaft und können weiterkommen."

DAZN gratis testen und die Champions League live & auf Abruf erleben  | ANZEIGE

James-Lob von Lewandowski

Was den Münchnern auch Mut macht, ist sein Zusammenspiel mit Lewandowski. Der Pole hinterließ bei seinem Trainer bereits vor Wochen den Hinweis, dass es für das Bayern-Spiel wichtig sei, wenn nicht nur er im gegnerischen Strafraum auftaucht, sondern mehrere Spieler.

Kovac erhörte Lewandowski und installierte wieder die Position des offensiven Spielmachers. Dieser Part wurde zuletzt zwar oft von Goretzka oder Müller bekleidet. Für James ist sie wie geschaffen. Lewandowski jedenfalls profitiert von der Systemumstellung.

Das Spiel gegen Schalke habe gezeigt, wie gut James sei und was er mit dem Ball anstellen könne, lobte ihn Lewandowski. Der Stürmer: "Es ist gut für uns, dass wir solche Spieler wie James haben und dadurch flexibel sind. Dadurch können wir Neues machen und mit der Taktik spielen."

Bezüglich der Zukunft des Kolumbianers ist unterdessen noch immer keine Entscheidung darüber gefallen, ob ihn der Rekordmeister am Ende der Saison per Klausel für 42 Millionen Euro fest von Real Madrid verpflichtet.

Salihamidzic betonte, dass die Münchner noch Zeit für eine Entscheidung hätten. Und James beteuerte, er wisse nicht, wie seine Zukunft aussehe. "Jetzt zählt nur der FC Bayern", sagte der Spielmacher. "Es sind noch vier Monate bis die Saison endet. Wir werden sehen, was bis dahin passiert."

Verdient er sich bis dahin weitere Standing Ovations, könnte seine Zukunft vielleicht doch länger in München liegen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image