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Sportlich läuft es derzeit überhaupt nicht beim FC Schalke, finanziell dagegen um so besser. Der Klub vermeldet für 2018 einen Rekordumsatz.

Für das Horrorszenario wollte Peter Peters keine Zahlen nennen. "Es gibt natürlich einen Parallelplan für die 2. Liga", sagte der Finanzvorstand des kriselnden Bundesligisten Schalke 04 bei der Vorstellung des Konzerngeschäftsberichts am Montag, "wir werden ihn abgeben, sprechen aber erst darüber, wenn der Fall eintritt."

Wie weit der abgestürzte Vizemeister seinen Etat im Falle des Abstiegs zusammenstreichen müsste, wollte Peters nicht verraten. Von den Zahlen, die der Finanzvorstand für 2018 präsentierte, könnten die Königsblauen dann über viele Jahre hinweg nur noch träumen. 350 Millionen Euro setzte Schalke im vergangenen Jahr um - 110 Millionen mehr als im Vorjahr. Das war ebenso Rekord wie der Jahresüberschuss in Höhe von 40,5 Millionen und das positive Eigenkapital von 7,6 Millionen.

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"Wir haben ein paar Meilensteine erreicht, die beeindruckend sind", betonte Peters und verwies dabei vor allem auf das positive Eigenkapital - "erstmals seit Jahrzehnten". Beim Blick in die Archive habe man keine Bilanz ohne Fehlbetrag finden können. 2012 hatte das Minus noch knapp 76 Millionen betragen. "Das ist die wichtigste Zahl für mich", betonte Peters.

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Arena im Juli abgezahlt

Anfang Juli werde die letzte Rate für die 2001 eröffnete Arena gezahlt, zudem würden mehr als 100 Millionen Euro bis 2022 für den Umbau des Vereinsgeländes und die Verbesserung der Infrastruktur aufgebracht. Durch diese Investitionen stiegen die Gesamtverbindlichkeiten auf 219,6 Millionen Euro.

Den Rekordumsatz verdankte der Klub vor allem den um 66 Millionen Euro höheren Medieneinnahmen aufgrund der Teilnahme an der Champions League und des neuen TV-Vertrags der Bundesliga. Zudem schlug die Ablösesumme in Höhe von 37 Millionen Euro für den Wechsel des Nationalspielers Thilo Kehrer zu Paris St. Germain zu Buche.

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Selbst wenn Schalke den Klassenerhalt schaffen sollte, droht im laufenden Jahr ein deutlich schlechteres Ergebnis. Laut Peters planen die Gelsenkirchener, die als Tabellen-15. nur drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt sind, mit Umsatzerlösen von 250 Millionen Euro für die 1. Bundesliga.

Den Lizenzantrag für die 2. Liga muss Schalke bis zum 31. März einreichen. "Wir erfüllen die formalen Voraussetzungen, auch wenn wir es nicht wollen", sagte Peters und betonte, seine Verbindlichkeiten werde der Klub auch bei einem Abstieg bedienen können.

Horror-Szenario Zweite Liga

Auch wenn er keine Zahlen nennen wollte, ist klar, dass vor allem im Bereich der TV-Gelder und der Sponsoreneinnahmen deutliche Einbußen zu erwarten wären. Auch ohne Abstieg fehlt den Gelsenkirchenern in den nächsten Jahren Geld aus der TV-Vermarktung. Peters rechnet damit, dass Schalke in der Fünfjahreswertung vom vierten auf den siebten Platz zurückfällt. "Die sportliche Situation hat einen negativen Nachhall", sagte er, "das werden wir spüren."

Dennoch soll das Ziel aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten in Zukunft wieder Europapokal heißen. Dafür müsse aber wieder "bessere Qualität" eingekauft werden, mahnte er. Mit Blick auf den zurückgetretenen Sportvorstand Christian Heidel, der für 160 Millionen Euro die Mannschaft umgebaut hatte, ergänzte er: "2018 haben wir viel Geld verdient und auch viel Geld für Spieler ausgegeben, aber die sportlichen Ziele nicht erreicht."

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