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Huub Stevens verrät bei SPORT1 die Gründe für seine Rückkehr auf die Trainerbank. Kritik übt er an Ex-Vorstand Christian Heidel - und lobt Domenico Tedesco.

Trotz feststehendem Klassenerhalt wird die Saison von Schalke 04 als eine der schlechtesten der letzten Jahrzehnte in die Vereinshistorie eingehen. 

Die Knappen standen wochenlang nur knapp über den Abstiegsplätzen und schafften erst am 32. Spieltag die vorzeitige Rettung. Letztlich gelang es Huub Stevens, der Domenico Tedesco Mitte März als Trainer ablöste, das Schlimmste abzuwenden und Schalke in der Bundesliga zu halten.

Umso zufriedener zeigte sich der Niederländer einen Tag nach dem 1:1 in Leverkusen, als er in Metelen bei Steinfurt zu einem Fantreffen erschien. "Wenn man drei Monate vor Ende übernimmt und das Ziel Klassenerhalt ist - und es zwei Spiele vor dem Ende schafft, dann muss man unheimlich glücklich sein", sagte Stevens bei SPORT1

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Stevens: "Da kannst du nicht Nein sagen"

Dass er sich die Strapazen überhaupt noch einmal angetan hatte, lag auch an einem traurigen Ereignis - dem Tod von Schalke-Legende Rudi Assauer. "In dem Moment, als ich gefragt wurde, war es für mich klipp und klar, dass ich nicht Nein sagen kann. Es hatte damit zu tun, dass einige Tage zuvor die Beerdigung von Rudi Assauer war, dem ich unheimlich viel zu verdanken hatte", verriet Schalkes Jahrhunderttrainer. "Und natürlich, weil ich Aufsichtsrat war und ich mich ein wenig verantwortlich fühlte für das Ganze. Da kannst du nicht Nein sagen."

Für Stevens ist klar, dass es in der zu Ende gehenden Spielzeit einen riesigen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit gab - und dass die Spieler die Hauptschuld an der verkorksten Saison tragen.

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"Die Jungs, mit denen ich gearbeitet habe, haben die Qualität für Europa - aber dafür musst du in jedem Spiel und in jedem Training alles geben. Ich hoffe, dass sie das gelernt haben und dass es damit ein bisschen einfacher für David Wagner wird. Es war zum Großteil eine Kopfsache, das kannst du nicht in einer Woche hinkriegen."

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Aber nicht nur die Spieler kriegen bei Stevens ihr Fett weg - auch gegen den früheren Sportvorstand Christian Heidel kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. "Ich kann Clemens Tönnies verstehen, dass er sich jetzt zu Christian Heidel geäußert hat", unterstützt Stevens Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden.

Stevens kritisiert Heidel

"Da sind ja auch Sachen, die nicht gut gewesen sind. Es ist doch ganz normal, dass dann Kritik kommt. Die Leute, die Verantwortung hatten, müssen diese auch mal annehmen. Und da ist vieles schiefgegangen, denn da ist ein junger Trainer auf Schalke verbrannt worden, was ich sehr schade finde." 

Die Kritik an Heidel will Stevens als Unterstützung für Domenico Tedesco verstanden wissen: "Ich habe das auch getan, um Domenico zu schützen. Er ist ein guter Trainer und wird seinen Weg gehen. Unsere Freundschaft wird auch bestehen bleiben."

Noch einmal in der Not einzuspringen, kommt für Stevens nicht in Frage. "Das war es. Ich hätte es auch für keinen anderen Verein getan. Da kommt kein zweites Mal - nicht einmal auf Schalke. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mir das noch einmal antue. Und wenn ich es mir anders überlege, dann hoffe ich, dass mich einige davor warnen werden und sagen: 'Tu es bitte nicht!'."

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