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Raphael Dwamena (M.) steht beim FC Zürich unter Vertrag
Raphael Dwamena (M.) steht beim FC Zürich unter Vertrag © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Imago/ Picture Alliance
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München - Stürmer Raphael Dwamena trifft in Österreich und der Schweiz wie am Fließband. Der junge Ghanaer macht mehrere Klubs auf sich aufmerksam - und hat eine Red-Bull-Vergangenheit.

Raphael Dwamena hat sich innerhalb von nur einer Saison ins Rampenlicht gespielt. Im Fall des 21-Jährigen muss man schon eher sagen: Ins Rampenlicht geballert.

In der vergangenen Spielzeit konnte Dwamena nämlich mit beeindruckenden Statistiken auf sich aufmerksam machen - und verhalf dem FC Zürich zum direkten Wiederaufstieg in die erste Schweizer Liga.

Dwamena liefert einschlagende Argumente: Mit insgesamt 41 Scorer-Punkten (30 Tore und 11 Torvorlagen) ist er im übergreifenden Vergleich der deutschsprachigen Profiligen der offensivstärkste Akteur der abgelaufenen Saison.

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Selbst die Top-Torjäger, Robert Lewandowski vom FC Bayern (37 Punkte) und Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund (33 Punkte) rangieren in den Statistiken hinter dem Ghanaer.

Nur Messi und Suarez einen Tick besser

Auch in Europa braucht sich Dwamena nicht zu verstecken, schneidet dort glänzend ab: Nur die beiden Superstars Lionel Messi (49 Punkte) und Luis Suarez (44 Punkte) waren in der zurückliegenden Spielzeit einen Tick besser und an noch mehr Toren direkt beteiligt als Dwamena.

Klar, bis jetzt lediglich in der zweiten Liga. Aber Dwamena will mehr.

"Als Stürmer muss einiges zusammenpassen: Das Umfeld, das Spiel-System und hin und wieder gehört auch ein wenig Glück dazu. Ich fühle mich aktuell einfach super", sagt der Topscorer zu SPORT1.

Was ist das für ein Spieler? Im Januar 2017 wechselte Dwamena nach Zürich in die zweite Schweizer Liga und verhalf dem Traditionsverein als Neuzugang in der Winterpause mit 12 Treffern zum direkten Wiederaufstieg in die Super League.

Doch schon vorher traf er am laufenden Band. Mit einer Empfehlung von 18 Toren schoss er Austria Lustenau zur Winterpause auf den ersten Platz der zweiten Österreichischen Profiliga.

2014 in die Jugend von Red Bull Salzburg

2014 kam Dwamena aus der Red Bull-Akademie seines Heimatlandes Ghana nach Salzburg. Dort machte er zum ersten Mal bei der U19 Champions Trophy in Düsseldorf auf sich aufmerksam und zählte beim Triumph der Salzburger Nachwuchsakademie zu den besten Spielern des Turniers.

"Ich bin Red Bull sehr dankbar, dass sie an mich geglaubt haben. Aber nun schaue ich nicht zurück, ich bin in einer super Position und bin sehr glücklich", so Dwamena.

"Es war kein leichter Schritt in jungen Jahren ohne Familie aus Afrika nach Europa zu kommen, um seinen Traum als Profi-Fußballer zu leben. Wir sind in einem knallharten Wettbewerb, Verletzungen oder Startschwierigkeiten sind nicht eingeplant", meint der Ghanaer: "Zudem habe ich mich damals einfach mit einer hartnäckigen Verletzung gequält, diese nicht ordentlich auskuriert, da ich mich schnell wieder zeigen wollte und so begann ein kleiner Teufelskreis."

Durchbruch in Österreich

Nach einer weiteren Station beim FC Liefering wechselte der 1,84 Meter große Linksfuß im vergangenen Jahr ablösefrei zum Ligakonkurrenten Austria Lustenau. Dort schaffte das Top-Talent dann den endgültigen Durchbruch.

"In Lustenau konnte ich mir die Zeit für einen Neustart nehmen, gesund zu werden und seitdem läuft es für mich super. Das war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich", sagt Dwamena. "Heute spreche ich gut Deutsch, bin voll akklimatisiert und habe gezeigt, dass ich eine schwierige Zeit gut überwinden kann."

Der Ghanaische Fußballverband hat den Torjäger bereits eingeplant. Für die anstehenden Qualifikationsspiele steht der Angreifer erstmals im Kader der Nationalmannschaft.

Auch anderen Vereinen blieben seine Leistungen natürlich nicht verborgen. Die Interessenten werden immer hellhöriger.

In Deutschland hat der 1. FC Nürnberg Dwamena schon auf dem Zettel und in der Schweiz steht er bei den Verantwortlichen der Young Boys Bern im Notizblock.

Zudem hat Dwamena ja eine Red-Bull-Vegangenheit. Vielleicht meldet sich ja sogar bald Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick.

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