Causa Russland: IIHF will „alle Optionen“ prüfen
Der Weltverband verkündet nach tagelangen Beratungen noch keinen klaren Plan und will nun mit den Verbänden sprechen - auch mit dem russischen.
Der Eishockey-Weltverband will sich auch nach ausführlichen Beratungen in der Russland-Frage „alle verfügbaren Optionen“ offenhalten. Das teilte die IIHF in einem seit Tagen erwarteten Statement am Samstag mit. Der Weltverband mit dem deutschen Präsidenten Franz Reindl sei „weiterhin nicht mit der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) zur Teilnahme Russlands an Weltmeisterschaften einverstanden“, werde nun aber die „notwendigen Schritte ergreifen, die das Urteil verlangt“.
Der CAS hatte entschieden, dass Russland trotz des laufenden Angriffskrieges in der Ukraine wieder an internationalen Turnieren teilnehmen darf. Es gelte nun zu prüfen, „welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um unsere Weltmeisterschaften zu schützen, die finanzielle Stabilität der Organisation zu wahren und die langfristige Zukunft des internationalen Eishockeys zu sichern“. Der Verband werde daher alle verfügbaren Optionen abwägen, „einschließlich der Aufnahme von Gesprächen mit allen betroffenen Nationalverbänden, darunter auch der russische, um einen konstruktiven Weg nach vorn zu finden“.
Die CAS-Entscheidung von Ende Oktober gilt auch für die Männer-WM in Deutschland im kommenden Jahr (13. bis 30. Mai 2027), sie hatte großen Widerstand ausgelöst. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erwägt gar eine Rückgabe des Turniers, zahlreiche Verbände drohten mit einem Boykott der Spiele gegen Russland, Sponsoren kündigten den Rückzug für den Fall der Wiederzulassung an. Die Bundesregierung erklärte die Durchführung des Turniers angesichts dessen für „sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich“.
Weitere News
Der CAS wiederum warf der IIHF eine unzureichende Vorbereitung vor. Der Weltverband habe keine ausreichenden Begründungen zur Fortsetzung der Suspendierung des russischen Verbands vorgelegt.