Niedersachsen-Derby: Empfindliche Pleite für Wagner
Die perfiden Schattenseiten des Niedersachsen-Derbys
Bei den 96ern läuft es auch unter dem neuen Coach Sandro Wagner überhaupt nicht. Im Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig setzt es die nächste empfindliche Niederlage.
Hannover 96 findet auch nach der Verpflichtung von Sandro Wagner einfach nicht aus der Krise. Die Hannoveraner verloren am Sonntag auch das Niedersachsenderby bei Eintracht Braunschweig mit 0:2 (0:1) und fielen mit nur zwei Siegen aus neun Spielen auf Relegationsrang 16 der 2. Bundesliga zurück.
„Das war ein Schlag in den Nacken – für den kompletten Klub“, sagte Jonas Boldt, Geschäftsführer Sport bei Hannover, bei Sky. Und was die Erwartungshaltung an Wagner angeht? „Dass er genau so weiter arbeitet, wie er es getan hat. Ich beobachte ja die tägliche Arbeit. Die Jungs packen an. Wir haben dieses Thema nicht erst seit Wochen. Der Klub hat seit März sehr wenige Spiele gewonnen, stand teilweise ohne Führung da. Dort müssen wir anpacken“, meinte Boldt.
Wagner nach nächster Pleite gewaltig unter Druck
Wagner wartet nach drei Partien weiter auf den erlösenden ersten Sieg als neuer Trainer und konnte bislang nur einen Punkt holen. Acht Punkte nach neun Spielen bedeuten einen eingestellten Vereinsnegativrekord in der 2. Liga für die Hannoveraner. „Ich habe natürlich schon gewusst, dass es keine einfache Situation ist. Ich habe viele Gespräche vorher geführt, auch mit den Menschen im Verein, aber auch drumherum. Ich habe gemerkt, dass da eine gewisse Verunsicherung seit der Rückrunde dringewesen ist“, erklärte der Coach.
„Ich möchte vorangehen. Ich glaube an unsere Jungs. Ich glaube an den Kader. Es bringt jetzt überhaupt nichts zu viel zu reden und zu viel zu erzählen. Am Ende ist es Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wir müssen arbeiten. Wir können uns die Momente nicht herbeiwünschen, oder in Mitleid verfallen. Das ist nicht unser Naturell. Das ist jetzt ein Kackmoment. Wir haben uns das alle anders vorgestellt, gerade für unsere Leute. Aber dem müssen wir uns jetzt stellen“, gab sich Wagner kampfeslustig.
In der Nachspielzeit wurde die Begegnung für mehrere Minuten nach Unruhen auf den Rängen unterbrochen. „Das ist völlig unnötig“, verurteile Boldt die Aktion: „Es ist wichtig, dass wir uns nicht auseinanderdividieren.“ Auch Wagner sprach sich klar gegen die Gewalt aus: „Ja, sch****. Ich bin immer gegen Gewalt, egal wo. Sch****.“
Seltener Derby-Erfolg für Braunschweig
Max Marie (17.) und Yann Sturm (90.+2) trafen für die Eintracht, die dank des Prestigeerfolgs auf Rang zehn sprang. Von den vergangenen zwölf Derbys hatten die Braunschweiger zuvor lediglich zwei gewonnen.
Hannover, in der vergangenen Saison noch knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt, war die Verunsicherung von Beginn an anzusehen. Dabei hatte Wagner, der seit September als 96-Coach im Amt ist, vor der Partie versichert, „alle“ im Team seien bereit für das Derby. Bei Maries Treffer sah Torhüter Leo Weinkauf überhaupt nicht gut aus – er ließ einen eigentlich ungefährlichen Ball vor die Füße des gegnerischen Angreifers prallen.
Sorgen um Eintracht-Keeper Ron-Thorben Hoffmann
In der zweiten Hälfte fing sich Hannover. Kapitän Stefan Teitur Thordarson hatte gleich mehrere Gelegenheiten, doch Eintracht-Keeper Ron-Thorben Hoffmann war auf dem Posten. In der 66. Minute musste der Torwart jedoch nach einem heftigen Kopftreffer verletzt das Feld verlassen.
In der Schlussphase wurde das Hochrisikospiel unterbrochen, da Hannover-Fans mit pyrotechnischen Gegenständen in Richtung des Spielfelds warfen. Es flogen auch vereinzelte Raketen aus dem Block der Gäste in Richtung der Braunschweiger Fans. Nach einer Löschaktion der Feuerwehr wurde die Partie von Schiedsrichter Tobias Reichel nach einigen Minuten fortgesetzt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)