„Frechheit“: VfL Wolfsburg tobt nach verweigertem Elfmeter gegen Hertha

„Frechheit“: VfL Wolfsburg tobt nach verweigertem Elfmeter gegen Hertha

Die Partie zwischen Hertha BSC und dem VfL Wolfsburg liefert einen ganz späten Aufreger. Im Zentrum steht eine umstrittene Entscheidung des Schiedsrichters.

Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga zwischen Hertha BSC und dem VfL Wolfsburg ist es tief in der Nachspielzeit zu einem großen Aufreger gekommen. Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck verweigerte den Wölfen kurz vor Schluss einen möglichen Elfmeter, es blieb beim 2:1-Sieg für den Spitzenreiter.

In der 94. Minute drang der Wolfsburger Kento Shiogai in den Strafraum ein und schlug einen Haken, sein Gegenspieler Niklas Kolbe ließ das Bein stehen – es kam zu einem klar erkennbaren Kontakt. Jöllenbeck ließ weiterspielen und zeigte Shiogai wenig später die Gelbe Karte, weil dieser ihn protestierend geschubst hatte.

Dr. Matthias Jöllenbeck trifft eine folgenschwere Entscheidung
Dr. Matthias Jöllenbeck trifft eine folgenschwere EntscheidungDr. Matthias Jöllenbeck trifft eine folgenschwere Entscheidung© IMAGO/Matthias Koch

Der VAR griff bei der fraglichen Szene nicht ein. Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold sprach nach der Partie am Sky-Mikrofon von einer „absoluten Fehlentscheidung“. Es sei eine „Frechheit“, hier nicht auf Strafstoß entschieden zu haben.

Arnold: Schiedsrichter entscheidet Spiel durch Fehler

Immerhin plädierte er dafür, den Hauptschiedsrichter in Schutz zu nehmen. Arnolds Kritik richtete sich vor allem gegen den VAR (Nicolas Winter und Christian Dingert waren im Einsatz): „Ich weiß nicht, wer der Videoschiedsrichter ist, aber das ist eine Frechheit. Dass man da nicht auf Elfmeter zeigt, ist eine klare Fehlentscheidung und somit stehen wir mit leeren Händen da.“

Es handle sich um einen klaren Elfmeter: „Dann spielen wir hier unentschieden und somit wird das Spiel entschieden – durch eine absolute Fehlentscheidung vom Schiedsrichter.“

DEINE MEINUNG

Mit seiner Einschätzung zu der kontroversen Szene stand er derweil nicht alleine da. Sein Trainer Tobias Strobl meinte: „Elfmeter. Wir haben es gerade in der Kabine angeschaut – klarer Elfmeter.“ Mit dem Referee habe er sich im Detail nicht austauschen können. „Bei seinem Auftreten heute war der Kontakt bisschen schwer“, monierte Strobl.

Hertha-Trainer Leitl will von Elfmeter nichts wissen

Gänzlich anders bewertete Herthas Trainer Stefan Leitl den Vorfall: „Ich sehe es komplett anders. Für mich ist es kein Elfmeter, weil keine aktive Bewegung von Niklas Kolbe stattfindet. Es ist Dynamik, ja, aber er schlägt nicht, sondern er knickt ab. Deswegen ist es ein Lauf, ein Schritt, er berührt ihn. Das ist kein Elfmeter, hundertprozentig nicht.“

Sein Fazit: „Somit ist es keine Fehlentscheidung. Deswegen brauchen wir jetzt nicht lamentieren, ‚was wäre wenn gewesen‘. Wir haben verdient gewonnen. Punkt.“

TV-Experte Felix Kroos wiederum schlug sich auf die Seite der Herthaner und kritisierte den Schiedsrichter: „Er hat es wohl nicht als Foul gewertet und da bin ich komplett anderer Meinung. Für mich ein klarer Elfmeter. Ich nehme mir raus, dass ich viel Fußball gesehen hab und auch die Dynamik nachvollziehen kann. Und ich hab selten was Klareres gesehen.“

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