FIFA-Präsident Gianni Infantino sorgt mit seinen WM-Verkaufsplänen vielfach für Kopfschütteln und Verärgerung. Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl bezeichnete die Vorgänge am Mittwoch als „beschämend“: „Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Der Fußball gehört uns nicht“, betonte der 52-Jährige.
"Ekelt mich an": Eberl entsetzt über FIFA-Pläne
„Ekelt mich an“: Eberl entsetzt über FIFA-Pläne
Er habe das Gefühl, die FIFA sei dafür da, „nur Profit zu machen. Mich ekelt das an“, sagte Eberl. Dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) in einer Krisensitzung über einen möglichen WM-Boykott beraten könnte, befürworte er: „Ich bin immer ein Freund von Dialog. Aber wenn es so weit kommt, dann wäre ich tatsächlich dafür, dass wir als Europa eine starke Stirn bieten und sagen, nein, da machen wir nicht mit.“
Matthias Sammer, Berater beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, äußerte sich am Mittwoch beim Internationalen Trainerkongress in Mainz differenziert zu der Thematik: „Gianni Infantino muss es erstmal schaffen, allen gerecht zu werden. Das ist seine Aufgabe und die der FIFA. Es ist immer ein schmaler Grat“, sagte Sammer. Jedoch sehe er eine „Gefahr, wenn in die Integrität des Spiels eingegriffen wird.“ Wenn man „die emotionale Glaubwürdigkeit des Fußballs aufs Spiel“ setze, rühre dies an den „Grundmauern des Fußballs“, betonte der 58-Jährige.
Deutliche Kritik übte Florian Kohfeldt, Trainer beim Zweitligisten Darmstadt 98: „Als Privatperson halte ich es für eine Vollkatastrophe, was da passiert“, schimpfte er: „Das Spiel an sich und das Erlebnis rücken immer weiter weg. Ich finde es zum Kotzen.“ Marie-Louise Eta, seit dieser Saison Cheftrainerin der Frauen von Union Berlin, erklärte, dass für sie ein Stück weit der Glaube und Spaß verloren gehen würden, Trainerkollege Sebastian Hoeneß vom VfB Stuttgart sagte, ihm falle „gar nichts ein, was daran gut sein soll“.
Am Dienstag war durch Medienberichte bekannt geworden, dass FIFA-Präsident Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung weitgehend.