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Effenberg: „Keine Ahnung von Fußball“

Effenberg: „Keine Ahnung von Fußball“

Stefan Effenberg hält den BVB für zu unreif für den Titel. Karim Adeyemi rät er von einem Bayern-Wechsel ab. Kritik übt der SPORT1-Experte an Axel Hellmann.
Im Internet kursierte die letzten Tage ein Video von Haaland, in welchem er drei Bälle übereinander stapelt und abfeuert. Mario Basler macht im STAHLWERK Doppelpass den Trick nach.
Stefan Effenberg
Stefan Effenberg
von Stefan Effenberg

Hallo Fußball-Freunde,

nach der Länderspielpause haben wir einen hitzigen Bundesliga-Spieltag gesehen. Gleich drei Trainer wurden mit der Gelben Karte verwarnt: Christian Streich, Jesse Marsch und Bo Svensson.

Wenn Trainer sich aufregen, hat das meist was mit den Schiedsrichtern zu tun. In den drei genannten Fällen war es nicht anders. Schnell heißt es dann vonseiten der Fans: „Warum musste der Schiri jetzt direkt den Karton zeigen, Emotionen gehören doch zum Fußball dazu!?“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Zweifelsohne ist das richtig. Auf der anderen Seite bekommen wir als Zuschauer nicht alles mit, was sich da unten an der Seitenlinie ereignet. Man denke nur an den Vierten Offiziellen, der ständig im Auge des Sturms steht - er bekommt den meisten Bullshit ab, von dem wir, die nur zuschauen, nie etwas mitkriegen werden.

Mein Vorschlag also, um womöglich etwas Ruhe reinzubringen: Den Job des Vierten Offiziellen sollten nur jene bekleiden, die über lange Jahre der Erfahrung verfügen - vielleicht sogar die, die bereits eine komplette Schiedsrichter-Karriere hinter sich haben. Ich bin überzeugt, das würde die Situation vereinfachen.

Trotz Haaland: BVB nicht reif genug

Wenn es ums Vereinfachen geht, so lässt sich eines klar festhalten: Die Rückkehr von Erling Haaland bei Borussia Dortmund hat die schwarz-gelbe Situation doch wesentlich vereinfacht. Der Norweger stand direkt in der Startelf und machte zwei Tore - etwas anderes sind wir von ihm auch nicht gewohnt.

Trotzdem haben die Borussen wieder nicht zu null gespielt. Das Gegentor war bereits das 14. in dieser Saison. Ich denke: Wenn du in acht Spielen 14 Gegentore bekommst, ist das nicht erwachsen und reicht nicht für die Bayern.

Die haben vergangene Saison zwar stolze 44-mal hinter sich greifen müssen, schießen aber auch immer an die 100 Tore - und das nicht nur durch Robert Lewandowski, von dem die Bayern durchaus abhängig sind, aber lange nicht so wie der BVB von Erling Haaland.

BVB die bessere Wahl für Adeyemi

Apropos Bayern: Angeblich laufen schon Gespräche mit Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg. Der Youngster wird die Österreicher sicher bald verlassen, die Frage ist, wohin er geht. Wirklich zum Rekordmeister? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Wenn es um die familiäre Nähe ginge, wäre Bayern die richtige Wahl für den gebürtigen Münchner.

Aber darum geht es nicht im Fußball. Wenn er zurück in die Bundesliga wechselt, wäre aus meiner Sicht der BVB die bessere Entscheidung. Dort käme er mehr zum Zug und könnte seine Entwicklung vorantreiben.

Die STAHLWERK Doppelpass-Runde diskutiert über die Zukunft von Karim Adeyemi und sind sich einig, dass Dortmund die klügere Entscheidung wäre.
03:18
Adeyemi zu Bayern? Das raten ihm die Experten

Bei Bayern ist es schwer, das zeigt auch Jamal Musiala, der trotz einer überragenden Form zuletzt meist auf der Bank Platz nehmen musste.

Zum Schluss will ich noch etwas zur Bundesliga allgemein loswerden. Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hat kürzlich gesagt, uns fehlen die Weltstars in der Liga. Das will ich so nicht stehen lassen.

Meiner Meinung nach haben wir mit Manuel Neuer den besten Torhüter, mit Robert Lewandowski den besten Stürmer und mit Erling Haaland den besten Nachwuchsspieler der Welt.

Dazu kommen noch Joshua Kimmich oder Leon Goretzka, die bereits länger in der Weltspitze angekommen sind.

Wenn also der Hellmann sagt, wir hätten keine Weltspieler, dann muss ich wiederum klar sagen: Er hat keine Ahnung vom Fußball.

Bis bald

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 gehört der 52-Jährige zum festen Experten-Team des STAHLWERK Doppelpass.

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