Vom Unglücksraben zum HSV-Helden

"Es war unbeschreiblich"
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"Es war unbeschreiblich"

Erst der folgenschwere Fehler in Frankfurt, dann der große Jubel gegen Gladbach: HSV-Youngster Shafiq Nandja schreibt mit seinem ersten Bundesligator seine ganz persönliche Heldengeschichte.

Das gesamte Volksparkstadion war elektrisiert, als Shafiq Nandja abzog und den Ball zum 2:1 im Tor unterbrachte.

„Vom Nachwuchsleistungszentrum in die Torschützenliste“, rief der Stadionsprecher ins Mikrofon, als der 19 Jahre junge Verteidiger von seinen Mitspielern gefeiert wurde. „Ich habe sehr oft davon geträumt“, sagte der Torschütze später in der Mixed Zone gegenüber SPORT1 und fügte hinzu: „Der Traum ist wahr geworden und es ist einfach das beste Gefühl.“

Shafiq Nandja feiert sein erstes Bundesligator für den HSV
Shafiq Nandja feiert sein erstes Bundesligator für den HSVShafiq Nandja feiert sein erstes Bundesligator für den HSV© IMAGO/Eibner

Vom Stürmer zum Verteidiger

Nandja ist ein Hamburger Jung, wurde in der Hansestadt geboren und spielte für den Amateurverein Harburger Türk-Sport, ehe er sich im Alter von elf Jahren der Nachwuchsabteilung des Hamburger SV anschloss.

„Damals war ich noch Stürmer, erst in der U15 wurde ich Verteidiger“, erzählte Nandja, der nun seine frühere Qualität unter Beweis stellen konnte. „Ich habe nicht mehr viel gefühlt, habe einfach hochgeschaut und alles rausgelassen“, sagte er über die Momente danach und fasste zusammen: „Es war ein schöner Abend, ein schönes Tor und ein schöner Sieg.“

Das Abwehr-Talent hat gerade einmal sieben Bundesligaspiele absolviert und trotzdem schon beide Seiten des Profifußballs kennengelernt. Am vergangenen Sonntag, als der HSV das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt verlor, war er noch der große Unglücksrabe. Im Mittelfeld ließ er sich von Gegenspieler Can Uzun den Ball abluchsen, der daraufhin das Tor zum Endstand von 3:1 vorbereitete.

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„Es ist natürlich schlecht von mir gemacht“, gab er danach in der Mixed Zone geknickt zu. „Dass das dritte Tor ein bisschen auf meine Kappe geht, ist auch ärgerlich.“

Polzin vertraute Nandja trotz Patzer

Umso bemerkenswerter, dass Trainer Merlin Polzin ihm trotzdem das Vertrauen schenkte und ihn erneut in die Startelf stellte. „Das steht dafür, wie wir unseren HSV weiterentwickeln wollen. Die Jungs, die aus unserem NLZ kommen, spielen dabei eine ganz, ganz wichtige Rolle“, sagte der Coach. Dazu gehöre, dass man Spielern auch dann vertraut, wenn sie einmal ein unglückliches Spiel hätten.

„Die Jungs, die noch nicht so viel Erfahrung haben, nehmen aus diesen Momenten ganz, ganz viel mit. Wir wussten, dass wir uns auf Shafiq verlassen können“, sagte der Trainer. „Aber am Ende sieht man erst in diesen Stressmomenten, wie sie darauf reagieren und welche Qualitäten sie mitbringen. Wenn man dann vor 60.000 so eine Leistung hinlegt, spricht das für den Jungen.“ Die Leistung von Nandja fasste er treffend zusammen: „Das war ein absolutes Topspiel!“

Nach den Traumtoren ist HSV-Coach Polzin voll des Lobes
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„Eines der besten Gefühle in meinem Leben“

Es gab Nandja offensichtlich Selbstvertrauen, dass er trotz seines Patzers gegen die Eintracht wieder in der Anfangsformation stand. Dass dafür ein erfahrener Spieler wie der 29-jährige Jordan Torunarigha auf die Bank gesetzt wurde, sprach für sich.

„Es war einfach wichtig, dass ich wieder das Vertrauen vom Trainer bekam. Natürlich war ich sehr froh darüber, wieder starten zu dürfen. Es ist ein Privileg für mich gewesen“, sagte Nandja – und zeigte sich erleichtert, dass er das Vertrauen „zurückzahlen“ hätte können.

Die Jubelszene nach seinem Treffer beschrieb er gegenüber Sky sehr emotional. „Ich hatte Tränen in den Augen. Ich bin einfach zur Eckfahne gelaufen, so ein bisschen vor die Nordkurve, und hab‘ einfach alles rausgelassen, was ich in mir hatte. Das war eines der besten Gefühle in meinem ganzen Leben“, sagte er. „Dieses Gefühl will ich jeden Tag haben.“

Offenbar steckt noch immer ein kleiner Stürmer in ihm …

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