Drohen Disqualifikationen? Biathlon-Stars aus Norwegen in Sorge

von SPORT1
Drohen Disqualifikationen? Biathlon-Stars aus Norwegen in Sorge

Ingrid Landmark Tandrevold kämpft vor dem Biathlon-Saisonstart mit einer neuen Regel. Ihr norwegischer Kollege Martin Uldal äußert ebenfalls seine Befürchtungen.

Eine verschärfte Sicherheitsregel der IBU zwingt die Biathletinnen und Biathleten unmittelbar vor dem Saisonstart zu einer heiklen Umstellung. Beim Anlaufen zum Schießstand muss der Gewehrriemen nun über beiden Schultern liegen, beide Arme müssen vollständig durch den Riemen geführt sein – auch beim Verlassen des Schießstands.

Bislang war es üblich, bereits vor der Schießmatte einen Arm unter dem Trageriemen hindurchzuführen, um den Anschlag schneller vorbereiten zu können. Die neue Vorgabe greift damit tief in automatisierte Bewegungsabläufe ein und kann den ersten Schuss verzögern.

Besonders Ingrid Landmark Tandrevold ringt noch mit dem neuen Ablauf. „Wenn man zehn Jahre lang etwas auf eine bestimmte Weise trainiert hat, ist es schwierig, unter Stress plötzlich alles zu ändern“, sagte die 30-Jährige bei NRK.

Obwohl sie sich seit sechs Monaten mit der Regel beschäftige, sei die Umstellung nicht zur Gewohnheit geworden. „Ich halte die Stöcke in der Hand, die ich normalerweise unter dem Tragegurt hindurchführe. Deshalb ist es unmöglich. Ich habe mir selbst eine Falle gestellt.“

„Ein bisschen beängstigend“: Norweger üben Kritik

Auch Johannes Dale-Skjevdal kritisierte den späten Zeitpunkt der Einführung.

„Das kam ziemlich plötzlich. Es reiht sich ein in eine ganze Serie von Sicherheitsregeln, die die IBU einführt. Gegen Sicherheitsvorschriften lässt sich natürlich nur schwer etwas sagen. Aber ich finde schon, dass es langsam immer mehr wird“, erklärte er.

DEINE MEINUNG

Martin Uldal befürchtet, dass Athleten im Wettkampf unter Adrenalin die Regeländerung kurzzeitig vergessen könnten: „Ich habe Angst, dass jemand im Winter in alte Gewohnheiten verfällt, kurz die Orientierung verliert und sich ungeschickt verhält. Das ist ein bisschen beängstigend“

Regelverstöße hatten bereits Konsequenzen: Beim Loop One Festival in München wurden mehrere Athletinnen und Athleten wegen der neuen Vorgabe disqualifiziert.

Biathlon: Norwegen früh über Regeländerung informiert

Schießtrainer Patrick Oberegger erklärte, das Team sei über Per Arne Botnan, der im technischen Komitee der IBU vertreten war, früh über die geplante Änderung informiert worden.

„Tatsächlich gehörten wir zu den Ersten, die davon erfahren haben – möglicherweise sogar noch bevor die Regel offiziell bekannt gegeben wurde“, sagte Oberegger.

Doch auch monatelanges Training schützt die Norweger nicht davor, dass sich lang eingeübte Handgriffe gerade in der Wettkampfhektik bemerkbar machen.


Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.