WWE sah Großes in ihnen – nun sind sie weg!
Der ehemalige Top-Amateurringer Julius Creed und sein Bruder Brutus galten bei WWE vor einigen Jahren als Hoffnungsträger. Nun haben sie die Liga still verlassen.
Vor einigen Jahren galten sie als große Hoffnungsträger der Tag-Team-Division von WWE. Dem Älteren der beiden Brüder wurde auch zugetraut, als Einzelwrestler zum World Champion aufzusteigen.
Keine der beiden Prophezeiungen hat sich bewahrheitet, stattdessen verlassen Julius und Brutus Creed die größte Wrestling-Liga der Welt nun als Unvollendete. Wie das Portal Fightful berichtet, haben die Creed Brothers WWE nach Ablauf ihres Vertrags verlassen. Es sehe nach einer „Trennung in beidseitigem Einvernehmen“ aus. WWE hat die Profile der Creeds auf ihrer offiziellen Homepage schon in die Ehemaligen-Sektion verschoben.
Creed Brothers vor WWE-Karriere Top-Amateurringer
Die aus Lexington im US-Bundesstaat Ohio stammenden Creed Brothers heißen eigentlich Drew und Jacob Kasper und waren herausragende Amateurringer im Universitätssport.
Der 32 Jahre alte Drew Kasper (Julius) war zweimaliger NCAA All American, brach 2018 für die Blue Devils der Duke University den Rekord für die meisten Saisonsiege und schloss die Olympic Trials für die Spiele 2016 in Rio de Janeiro als Fünfter ab. Im Jahr 2017 trainierte er auch mit dem früheren UFC-Schwergewichtschampion Daniel Cormier für dessen großen Kampf gegen Jon Jones.
Der 30-jährige Jacob Kasper (Brutus) war ebenfalls zweimaliger All-American und blieb 2020 für die Otterbein University in 30 Saisonkämpfen ungeschlagen.
Nachdem Drew Kasper 2018 von WWE-Legende Gerald Brisco gescoutet wurde – der unter anderem auch Hulk Hogan und Brock Lesnar ins Wrestling vermittelt hatte -, unterschrieben erst er, dann 2021 auch sein kleiner Bruder beim Showkampf-Marktführer.
Die Liga sah das Potenzial, die Ahnenreihe der erfolgreichen Branchenwechsler vom „amateur wrestling“ zum „professional wrestling“ fortzusetzen: Gerald und Jack Brisco, Bob Backlund, Kurt Angle, Brock Lesnar und viele andere.
Vergleiche mit Steiner Brothers und Legion of Doom
Die Kaspers feierten ihr WWE-Debüt im August 2021 mit den Namen Julius und Brutus Creed – die sowohl den antiken Mythos von Julius Cäsar und Brutus als auch Rocky-Gegenspieler Apollo Creed widerspiegeln.
Als wrestlende Brüder mit Ringer-Hintergrund erinnern die beiden viele an die legendären Steiner Brothers Scott und Rick. Wegen ihrer aggressiven Grundart und Explosivität gab es aber auch schon Vergleiche mit dem Tag Team schlechthin, den tragisch verstorbenen Road Warriors (Legion of Doom bei WWE).
Speziell dem 1,91 Meter großen Julius wurde auch wegen seiner Körpergröße auch hohes Potenzial als Einzelwrestler attestiert. Szene-Guru Dave Meltzer berichtete in seinem Wrestling Observer Newsletter, dass Julius die WWE-Nachwuchsverantwortlichen im Aufbaukader NXT um Ikone Shawn Michaels als „schneller Lerner und harter Arbeiter“ beeindruckt hätte.
Noch im Frühjahr 2024 meldete Meltzer: „Die Leute bei NXT erzählen mir seit Ewigkeiten: Julius Creed wird ein Main Eventer, eines Tages wird er den Hauptkampf bei WrestleMania bestreiten.“
Der Durchbruch kam und kam nicht
Zu diesem Zeitpunkt waren die Creeds bereits in den Hauptkader aufgestiegen, im Juli 2024 schlossen sie sich mit Veteran Chad Gable – ebenfalls Ex-Ringer – zusammen und formierten gemeinsam mit NXT-Weggefährtin Ivy Nile die Gruppierung American Made.
Die Grundkonstellation des Zusammenschlusses dreier profilierter Ex-Ringer erinnerte an das vor zwei Jahrzehnten sehr erfolgreiche „Team Angle“ (Kurt Angle, Charlie Haas, Shelton Benjamin). American Made fasste jedoch nicht auf dieselbe Art und Weise Fuß.
In diesem Jahr spielten die Creeds im WWE-Hauptprogramm kaum noch eine Rolle. Sie wurden stattdessen als maskierte „Bruto und Julio Credo“ bei der Partnerliga AAA in Mexiko in die Fehde zwischen El Grande Americano (Ludwig Kaiser) und dessen Doppelgänger „Original“ Grande Americano (Gable unter einer Maske) involviert. Als die Fehde mit Gables Demaskierung und dem Rollenwechsel zum Publikumsliebling endete, wurde American Made still aufgelöst.
Zuletzt tauchten die Creeds wieder bei NXT auf – was für WWE-Wrestler, die im Hauptkader noch nicht den Durchbruch geschafft haben, selten ein gutes Zeichen ist. Ihr letztes Match bestritten sie im traditionellen Tag-Team-Turnier Dusty Rhodes Classic, das sie 2021 noch gewannen. Diesmal schieden sie im Viertelfinale aus.
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Es bleibt abzuwarten, ob die Creeds nun einen Neuanfang bei Konkurrent AEW, der mit WWE verbundenen dritten Kraft TNA oder anderswo suchen – oder ob ihr WWE-Aus auch das Ende ihrer Wrestling-Karriere bedeutet.