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Brose Baskets v FC Bayern Muenchen - BBL Final Game 1
Der Bamberger Bradley Wanamaker wird von Bayerns Bryce Taylor (rechts) und Dusko Savanovic auf dem Weg zum Korb attackiert © Getty Images

München - Die Finalisten FC Bayern München und Baskets Bamberg sind die mit Abstand reichsten Klubs der BBL. Daran - und an ihrer Dominanz - dürfte sich so schnell nichts ändern.

Was die bloße Zielsetzung aus dem Sommer 2014 betrifft, haben die Baskets Bamberg eine erfolgreiche Saison gespielt.

"Erstens wollten wir ein Team, das zusammenwächst und zweitens wollten wir attraktiven Basketball spielen", sagt Geschäftsführer Rolf Beyer SPORT1, "beides haben wir geschafft."

Das dritte Ziel war das Finale der Beko BBL - auch das haben die Bamberger geschafft.

Aber ob die Saison sich am Ende auch wirklich erfolgreich anfühlen wird, das wird der Ausgang der Serie gegen den FC Bayern zeigen.

Momentum auf Bamberger Seite

1:1 steht es dort, nach dem Sieg der Bamberger in allerletzter Sekunde, am Mittwochabend in München. Das Auftaktspiel in Franken hatten die Münchner gewonnen.

"Das psychologische Momentum ist jetzt auf unserer Seite", sagt Beyer, Spiel drei (ab 18.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER auf SPORT1.de) findet am Sonntag wieder in Bamberg statt. "Wichtig ist, dass wir uns jetzt sortieren und auf dem Boden bleiben."

Mit einem Heimsieg würden sich die Baskets zwei Matchbälle auf die Meisterschaft verschaffen - auch wenn der Heimvorteil in diesem Finale bisher noch gar keiner war.

9,5 Millionen Spieleretat? "Quatsch!"

Dass sich in der Finalserie nun Bamberg (Platz eins nach der Hauptrunde) und Bayern (Platz drei) gegenüberstehen, nicht etwa Bamberg und der Münchner Halbfinal-Gegner ALBA Berlin, ist in gewisser Hinsicht nur konsequent.

Brose Baskets v FC Bayern Muenchen - BBL Final Game 1
Bambergs Andrea Trinchieri klatscht in der heimischen Arena mit den Fans ab © Getty Images

Es sind nun mal die beiden finanzstärksten Teams der BBL. Und auch wenn ein hoher Etat per se keinen besseren Kader macht - er sorgt zumindest für mehr Möglichkeiten bei der Zusammenstellung.

Von 9,5 Millionen Euro reinem Spieleretat in Bamberg war zuletzt in verschiedenen Medien die Rede. "Quatsch", sagt Beyer, "das ist eine Fantasiezahl."

Berlin ist finanziell weit hinterher

Vielmehr würde seine Mannschaft sich - wie der FC Bayern auch - derzeit im Bereich von 13 Millionen Gesamt-Etat bewegen, also den Kosten für den gesamten Spielbetrieb, nicht nur für den Kader.

Der Berliner Etat liegt insgesamt noch im einstelligen Bereich. Und es ist auch nicht zu erwarten, dass sich die Kräfteverhältnisse so bald ändern.

In Bamberg steht mit Michael Stoschek und Brose "ein extrem engagierter Hauptsponsor" (Beyer) hinter dem Verein, in München profitieren die Basketballer vom Sponsoren-Netzwerk der Fußballer.

Das Berliner Management um Marco Baldi genießt zwar einen guten Ruf, den mutmaßlichen Absprung von Trainer Sasa Obradovic und nahezu aller ausländischen Topspieler müsste der Verein aber erst einmal verkraften.

Eine gute Rolle in der Euroleague

Dass die Bayern finanziell aufrüsten müssen, um in der Euroleague eine echte Rolle unter den besten 16 Klubs spielen zu können, hatte Trainer Svetislav Pesic mehr als einmal betont.

Vom Selbstverständnis her sehen sich auch die Bamberger in dieser Riege, "unter den besten 25 Teams in Europa", sagt Beyer.

In dieser Hinsicht wäre es ganz sicher nicht überraschend, wenn beide Teams mit ihren Etats in nicht allzu ferner Zukunft die 15 Millionen überschreiten.

"Haben keine offene Geldbörse"

Das gerne zitierte Bild, dass Stoschek und Brose nach Belieben Geld für die Baskets zur Verfügung stellen würden, möchte Beyer allerdings nicht stehen lassen.  "Wir haben keine stets offene Geldbörse. Unser Ziel ist es, aus den vorhandenen Mitteln das Beste zu machen."

Das Beste wäre dann, in der noch laufenden Saison Meister zu werden und damit die direkte Qualifikation für die Euroleague zu schaffen. Andernfalls würde sich Bamberg wohl um eine Wildcard bemühen.

Und dann setzen die Verantwortlichen um Beyer und Trainer Andrea Trinchieri darauf, "einen Kern an Spielern für die nächsten zwei, drei Jahre aufzubauen."

Bamberger Fans toben

Die Nationalspieler Daniel Theis, Elias Harris und Karsten Tadda sind für die kommende Saison gebunden, ebenso Aufbauspieler Brad Wanamaker. "Wir arbeiten seit Januar sehr intensiv am Kader", sagt Beyer.

Ein anderes wichtiges Ziel, nicht ganz so direkt formuliert, haben die Bamberger nach Beyers Sicht derweil auch schon erreicht. Die Bamberger Fans, zuletzt verwöhnt durch die Ära mit Manager Wolfgang Heyer und Trainer Chris Fleming, für das komplett umgekrempelte Team begeistert.

"Beim zweiten Spiel gegen Bayern hatten wir ein Public Viewing mit 2000 Leuten", sagt Beyer. "Die haben am Ende natürlich getobt."

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